Bankräuber aus Leidenschaft für Motorräder

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Prozess gegen einen mutmaßlichen Bankräuber in Wien: Ein 40-jähriger Motorradnarr hat am Freitag vor dem Straflandesgericht zugegeben, in Wildwestmanier mit einem Komplizen eine BAWAG-Filiale in Wien-Brigittenau ausgeraubt und dabei 150.000 Euro erbeutet zu haben.

Die Anschuldigung, bereits einen Monat zuvor eine weitere Bank überfallen zu haben, wies der Angeklagte jedoch zurück. Der Angeklagte gab an, nichts mit dem Überfall auf eine Post AG-Filiale vom 15. September 2006 zu tun gehabt zu haben. Er schloss aber nicht aus, dass sein späterer Komplize an diesem Coup beteiligt war.

Spektakulärer Banküberfall

Geständig zeigte sich der Angeklagte bezüglich des spektakulären BAWAG-Überfalls vom 10. Oktober 2006. Er und sein Mittäter – angeblich ein in Tschechien wohnhafter Holländer namens Jan, den die Polizei bis heute nicht gefunden hat – hätten den Raub bereits einen Monat zuvor geplant, wobei Jan den Großteil der Vorbereitungen übernahm, da dieser bereits einschlägige Erfahrungen hatten.

Mit Plastikpistole über den Schalter gesprungen

Dem 40-Jährigen wurde die Aufgabe zu teil, den Sicherheitsmann möglichst schnell auf Waffen zu überprüfen und danach über den Schalter zu springen, um die Angestellten mit einer täuschend echt aussehenden Plastikpistole zu bedrohen. Währenddessen hielt der zweite Räuber die restlichen Leute mit einer Pump Gun-Attrappe in Schach. Weiters gab der Vater einer Tochter zu, der Lenker des eigens zu diesem Zweck gestohlenen Flucht-Motorrads gewesen zu sein.

50.000 Euro Beute

Von der Beute bekam der österreichische Staatsbürger mit argentinischen Wurzeln lediglich 50.000 Euro. Dazu meinte er: “Jan kümmerte sich beinahe um die ganze Planung und stellte sowohl das Motorrad als auch die Waffenattrappen zur Verfügung.”

Motiv: Motorradfahren

Auf die Frage der Richterin, was ihn denn zu der Straftat veranlasst hätte, sagte er: “Ich wollte meiner Freundin etwas bieten und mein Hobby finanzieren. Ich gehe gerne auf die Rennstrecke Motorradfahren. Bei einem Tag auf der Rennstrecke sind 2.000 Euro schnell weg.”

Mittels DNA-Spur überführt

Der Mann verbüßt derzeit eine mehrjährige Freiheitsstrafe, nachdem er an der deutsch-niederländischen Grenze mit tausenden Ecstasy-Tabletten aufgegriffen wurde. Vor seiner Auslieferung nach Österreich hatte er versucht, aus einem deutschen Gefängnis zu fliehen, indem er einen Wachmann mit einem selbst gefertigten, messerähnlichen Gegenstand bedrohte. Im Nachhinein konnte ihm mittels einer DNA-Spur der Jahre zurückliegende BAWAG-Überfall zugeordnet werden. Der Verdacht, auch in den Post-Überfall verwickelt gewesen zu sein, gründete sich darauf, dass bei beiden Straftaten ein Motorrad mit dem identen Kennzeichen zur Flucht benutzt wurde.

Die Verhandlung wurde zur weiteren Beweisaufnahme auf den 24. September vertagt. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem 40-Jährigen bis zu 15 Jahre Haft.

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