Bankräuber von Salzburg in Wien gefasst: Sieben Jahre Haft

Mit einer Plastikpistole raubte der Mann die Bank in Salzburg aus.
Mit einer Plastikpistole raubte der Mann die Bank in Salzburg aus. ©APA/Sujet
Hohe Schulden sind für einen 31-jährigen Pokerspieler das Motiv für einen Raubüberfall auf eine Bank in Salzburg am 20. April 2012 gewesen: Er erbeutete mit einer vorgehaltenen Plastikpistole rund 100.000 Euro und entkam vorerst spurlos. In Wien war der Mann schließlich gefasst worden.

Schließlich wurde der Slowake in Wien bei einer Bank gefasst und heuer im April am Landesgericht Wien wegen versuchten schweren Raubes zu sieben Jahre unbedingter Haft verurteilt. Bei einem Prozess in Salzburg wurde der Mann heute, Dienstag, ebenfalls schuldig gesprochen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Er sei vor der Wahl gestanden: “Selbstmord oder Banküberfall”, hatte der Beschuldigte schon bei seinem reumütigen Geständnis vor der Polizei erzählt. Bei dem Coup in der Salzburger Altstadt stand dem Räuber noch ein glücklicher Zufall zur Seite: Als er die Volksbank-Filiale in der Münzgasse betrat, lagen 30.000 und 40.000 Euro in Bündeln auf dem Schreibtisch des Kassenschalters, wie Staatsanwältin Sabine Krünes dem Salzburger Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Ilona Schalwich-Mozes schilderte.

Bankraub in Salzburg: 100.000 Euro erbeutet

Zwei weibliche Angestellte bereiteten gerade die Auffüllung des Bankomaten vor und wollten den Betrag “mittels Geldzählmaschine überprüfen”, erklärte die Staatsanwältin. Der mit schwarzer Perücke und schwarzer Kappe getarnte Räuber forderte noch mehr Geld und drohte: “Keine Polizei, sonst schieße ich”. Nachdem er die Bank verlassen hatte, warf er die Perücke und Oberbekleidung weg.

Mit den erbeuteten 97.800 Euro beglich der in der Slowakei einschlägig vorbestrafte Mann seine Schulden. Den Rest hat er verspielt. Ein DNA-Datentreffer und ein Lichtbild führten schließlich zu dem “Salzburger Täter”. Der 31-Jährige war bereits wegen eines versuchten Bankraubes in der Simmeringerstraße Hauptstraße in Wien in Haft. “Er war auf der anderen Seite der Bank mit einer Mütze vermummt auf- und abgegangen. Eine Bankangestellte hat die Polizei gerufen. Bis diese gekommen ist, ist er davonspaziert”, sagte Verteidiger Michael Hudec. Für den Wiener Anwalt war das am im April in Wien verhängte Strafmaß von sieben Jahren Haft zu hoch. “Ich glaube nicht, dass eine derartige Strafe im Westen (Österreichs, Anm.) verhängt worden wäre.”

Sieben Jahre Haft: Angeklagter bereut

Der Schöffensenat hielt die sieben Jahre Haft für die Taten in Wien und Salzburg für ausreichend und sah deshalb von einer Zusatzstrafe ab. Potenzielle Straftäter sollten aber nicht glauben, Delikte in Salzburg würden milder bestraft als im Osten, stellte die vorsitzende Richterin klar. “Der Angeklagte hat gesagt, er hat Salzburg für die 1. Tat ohne tiefere Überlegungen ausgesucht.”

Es tue ihm auch leid, mehr sagte der in psychiatrischer Behandlung stehende Beschuldigte am Dienstag nicht. Die Vorsitzende resümierte zum Schluss: “Jetzt hat er einen Bankraub gemacht und ist suizidgefährdet. Seine Situation hat sich eigentlich verschlechtert. Durch die Betreuung in der Haft sollte er es schaffen, wieder auf die Beine zu kommen.”

(APA)

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