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Ballons und Schlepper sollen "Costa Concordia" bergen

Der Kreuzfahrtriese aus 115.000 Tonnen Stahl hat sich schon um mehrere Zentimeter bewegt. Er liegt auf einem Felsvorsprung, und es wird befürchtet, dass er bis zu 70 Meter tief ins Wasser abrutschen könnte, momentan liegt er bei 37 Meter.
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Die Kreuzfahrtlinie Costa Crociere, Betreiber der Costa Concordia, hat ein spezielles Unternehmen mit der umweltschonenden Bergung beauftragt. Doch über Art und Zeitpunkt des Abtransports ist vieles noch unklar.Mit der Bergung soll die berühmte niederländische Bergungsfima Smit Salvage beauftragt werden, die mit einem Team schon auf Giglio eingetroffen ist. Das Unternehmen war bereits unter anderem an der Hebung des verunglückten russischen Atom-U-Boots “Kursk” 2001 und der Bergung der im Ärmelkanal gesunkenen Fähre “Herald of Free Enterprise” 1987 beteiligt.

900 Meter lange Öl-Sperren sind rund um das am Freitagabend vor der Toskana auf Grund gelaufene Kreuzfahrtschiff Costa Concordia ausgelegt worden. Die Behörden befürchten nämlich, dass die rund zwei Millionen Liter Dieseltreibstoff ins Meer austreten könnten. Sergio Ortelli, Bürgermeister der Insel Giglio, vor der das Schiff auf Grund gelaufen ist, könnte es nicht klarer ausdrücken: “Vor unserer Insel, einer Perle des Thyrrenischen Meeres, tickt eine ökologische Zeitbombe.”

Hier einige Techniken, die die Experten zur Bergung des Schiffes erwägen:

LUFTBALLONS: Riesige Luftballons sollten unter der gekippten Seite des Schiffes aufgepumpt werden. Dank des enormen Drucks könnte das Schiff wieder aufrecht gestellt werden. “Es handelt sich um eine der schwierigsten Bergungsoperationen in der Geschichte der Menschheit. Man müsste zuerst die Lecks im Schiff schließen und dann das Schiff mit riesigen Luftballons in eine aufrechte Stellung bringen. Danach könnte die Costa Concordia von Schleppern weggezogen werden”, berichtete der Geschäftsführer von Costa Crociere, Pier Luigi Foschi.

SCHLEPPER: Eine alternative Möglichkeit ist der Einsatz mehrerer Schlepper, die den Koloss der Meere wieder aufrichten sollen. “Diese Lösung ist jedoch stark von der Stabilität des Schiffs und den Meeresbedingungen abhängig”, meint der Experte der Genueser Gesellschaft Cambiasso&Risso, Max Iguera, die mit Smit Salvage zusammenarbeitet.

ZERSTÜCKELUNG: Sollten die ersten beiden Varianten nicht durchführbar sein, könnte das Wrack zerstückelt werden. Die Costa Concordia müsste in diesem Fall zerteilt werden und die verschiedenen Sektoren mit Schleppern weggezogen werden. Diese Operation könne laut den Experten jedoch bis zu einem Jahr dauern.

VERSENKUNG: Als letzte Lösung wird das Versenken des Schiffes erwogen, sollten die Bergungskosten zu hoch werden. Dabei würde das 290 Meter lange Wrack auf eine Tiefe von etwa 70 Meter sinken und dort liegenbleiben. Doch Costa Crociere schließt diese Variante vorerst aus. “Unser Ziel ist es, das Schiff vollständig zu retten”, meinte Geschäftsführer Foschi.

(APA)

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