Bagdad: Drei Tote bei Autobombenexplosion

Ein Autobombenanschlag auf einen Militärkonvoi hat am Montag in Bagdad mindestens drei Iraker das Leben gekostet. Acht Iraker, darunter mehrere Kinder, und drei australische Soldaten wurden verletzt.

Dies bestätigten Sprecher des amerikanischen und des australischen Militärs. In ersten Meldungen, die sich auf irakische Augenzeugenberichte gestützt hatten, war von zwei verletzten US-Soldaten die Rede gewesen. Es handelte sich um den ersten Bombenanschlag auf einen australischen Militärkonvoi im Irak, sagte der Sprecher der australischen Streitkräfte, Mike Hannan, nach Angaben des Rundfunksenders ABC. Vermutlich habe ein Selbstmordattentäter einen mit Sprengstoff beladenen Wagen in den aus drei Fahrzeugen bestehenden Konvoi gesteuert.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sich am Montag in Khaldiya westlich von Bagdad in seinem Wagen vor einem US-Militärkonvoi in die Luft, wie die Polizei mitteilte. Es habe Opfer unter den Amerikanern gegeben. Ein Granatenangriff auf einen US-Militärstützpunkt nahe dem Bagdader Flughafen kostete am Sonntagabend einen amerikanischen Diplomaten das Leben. Edgar Seitz war laut Informationen der US-Botschaft in Bagdad der erste amerikanische Diplomat, der seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 getötet wurde. Zu dem Angriff bekannte sich nach Angaben des arabischen TV-Nachrichtensenders Al Jazeera die Rebellengruppe „Islamische Armee im Irak“.

Aus einer ehemaligen irakischen Militäreinrichtung sind mehrere hundert Tonnen Sprengstoff verschwunden. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bestätigte am Montag in Wien Angaben des irakischen Wissenschaftsministeriums, wonach rund 350 Tonnen hochexplosiven Materials vermisst werden. IAEO-Generaldirektor Mohamed El Baradei wollte den Weltsicherheitsrat noch am Montag über den Vorfall informieren, wie eine Sprecherin laut Associated Press mitteilte. Der Bericht des Bagdader Wissenschaftsministeriums sei bereits am 10. Oktober bei der IAEO eingegangen. Wann das Material gestohlen wurde, war zunächst nicht bekannt. Nach einem Bericht der „New York Times“ handelt es sich um fast 380 Tonnen Sprengstoff, die nach der US-geführten Invasion im März 2003 aus dem Militärlager Al Kakaa südlich von Bagdad verschwunden seien. US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice sei bereits im September über den Vorfall informiert worden, schrieb die Zeitung.

Trotz der erheblichen Verluste der irakischen Bevölkerung lehnen die US-Streitkräften laut einem Zeitungsbericht zahlreiche Entschädigungsforderungen ab. Grundsätzlich nicht beglichen werden demnach Schäden, die bei Kampfeinsätzen entstanden sind. Selbst Menschen, die Angehörige verloren oder schwere Verletzungen davongetragen hätten, erhielten oft kein Schmerzensgeld, berichtete die Zeitung „Dayton Daily News“ aus Ohio. In 4.611 untersuchten Fällen seien drei Viertel der Betroffenen leer ausgegangen, schrieb das Blatt am Sonntag. Die Streitkräfte erklärten, der untersuchte Datensatz sei nicht mehr aktuell. Im Haushaltsjahr 2004 seien 11.000 Forderungen beglichen und nur 3.000 abgewiesen worden. Der Zeitungsbericht zeigt dennoch Details der US-Entschädigungspolitik auf: Die Definition von Kampfeinsätzen, bei denen eine Entschädigung ausgeschlossen ist, ist demnach sehr weit gefasst. Auch wenn ein Soldat an einer Straßensperre irrtümlich einen harmlosen Zivilisten erschieße, gelte dies als Kampfeinsatz.

Das US-Verteidigungsministerium soll mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aufträgen für den Wiederaufbau im Irak prüfen. Konkret geht es um einen milliardenschweren Vertrag mit einer Tochterfirma des Halliburton-Konzerns, der früher von US-Vizepräsident Richard Cheney geleitet wurde. Das geht aus Dokumenten aus US-Kongresskreisen hervor. In Schreiben an die Rechtsabteilung der Streitkräfte beschwert sich eine hochrangige Beamtin darüber, dass der Auftrag an die Halliburton-Tochter Kellogg, Brown & Root (KBR) entgegen ihren Empfehlungen ohne Ausschreibung für fünf Jahre vergeben wurde. Auf die Ausschreibung war bei der Auftragsvergabe im Februar 2003, einen Monat vor Beginn des Irak-Kriegs, mit der Begründung verzichtet worden, die Angelegenheit sei zu dringlich. Eine Halliburton-Sprecherin wies die Vorwürfe zurück. Pentagon-Rechnungsprüfer haben bereits mehrfach kritisiert, KBR habe für Benzinlieferungen in den Irak und andere Dienstleistungen überhöhte Preise verlangt.

Frankreichs Außenminister Michel Barnier hat am Montag erklärt, dass Hoffnung auf eine baldige Befreiung der im Irak entführten Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot sowie von deren syrischem Fahrer Mohammed al Joundi bestehe. Es seien wieder „nützliche Drähte des Dialogs“ aufgenommen worden, sagte Barnier im Pariser Nachrichtensender LCI. Die beiden Franzosen waren am 20. August verschleppt worden.

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