Bagdad: Anschlagsserie gegen christliche Kirchen

Eine Anschlagsserie auf fünf christliche Kirchen hat in Nacht zum Samstag die irakische Hauptstadt Bagdad erschüttert. Menschen kamen vermutlich nicht zu Schaden, wie das irakische Innenministerium am Morgen mitteilte.

Die Kirchen seien aber beschädigt worden. Es war das zweite Mal seit dem Sturz Saddam Husseins, dass christliche Kirchen zum Ziel von Anschlägen wurden.

Im August waren bei Bombenanschlägen auf vier Kirchen in Bagdad und Mosul sieben Menschen getötet und über 30 verletzt worden. Im Irak leben etwa 750.000 Christen.

Der Pfarrer der Kirche St. Georg, Saja Yussef, verurteilte die Bombenserie. „Es ist ein Verbrechen, das den Irak destabilisieren und religiöse Schwierigkeiten schaffen soll“, sagte er. „Aber das wird nicht passieren, weil wir in diesem Land wie Brüder Trauer und Freude gemeinsam durchstehen.“ Vor St. Georg und vier weiteren Kirchen waren binnen eineinhalb Stunden fünf Sprengsätze explodiert.

Ein Granatenangriff im Zentrum von Bagdad kostete am Samstag einen Krankenhausmitarbeiter das Leben. Die Granate sei im Garten der Klinik Ibn al Betar eingeschlagen, sagte ein Sprecher. Drei weitere Mitarbeiter seien verletzt worden. Glücklicherweise sei das Krankenhaus derzeit wegen Renovierungsarbeiten nicht belegt.

Der Angriff richtete sich möglicherweise gegen das nahe gelegene Hotel Al Mansur, auf dessen Parkplatz am Samstagmorgen ebenfalls Granaten einschlugen. In dem Hotel wohnen mehrere ausländische Diplomaten und Journalisten.

Im Nordirak wurde ein Vertreter der turkmenischen Minderheit erschossen. Gafur Abu Bakr wollte seine Kinder zur Schule bringen, als Bewaffnete das Feuer auf sein Auto eröffneten, wie die Polizei von Kirkuk mitteilte. Anschließend hätten die Angreifer die Kinder aus dem Auto gestoßen und den Wagen gestohlen. Bakr gehörte der Partei Turkmenische Front an. In der an Ölvorkommen reichen Stadt Kirkuk ringen die Turkmenen mit Arabern und Kurden um Einfluss, immer wieder kommt es zu Anschlägen.

Unterdessen erlag ein US-Soldat Verletzungen, die er am Freitag bei einem Autobombenanschlag erlitten hatte. Der Vorfall ereignete sich in der Umgebung der Stadt Mossul, wie die US-Streitkräfte am Samstag mitteilten.

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