Badner Bahn - Schicker hält Finanzierung für machbar

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Light Rail scheint billiger als herkömmliche Bahn-Projekte, die ÖBB halten an ihren Ausbauplänen Wien-Bratislava fest.

In der Wiener Stadtregierung sind am Donnerstag die Pläne der Wiener Lokalbahnen (WLB) für eine neue Straßenbahn nach Bratislava begrüßt worden. „Ich halte sehr viel davon. Vor allem, wenn die Bahn die Siedlungen entlang der Strecke verbindet“, sagte Planungsstadtrat Rudolf Schicker im „WirtschaftsBlatt“. Auch die Finanzierung sei machbar. Für gute Verkehrslösungen finden sich immer Geldgeber, so Schicker.

WLB-Chef Harald Brock sagte im Gespräch mit der APA, er wolle neben Wien auch Niederösterreich und allenfalls auch Bratislava mit ins Boot holen. In der Region zwischen Petrzalka und Wolfsthal hätten sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Preßburger angesiedelt, weil Baugründe auf der österreichischen Seite günstiger sind als in Bratislava. Derzeit gäbe es für sie außer einem Postbus keine öffentlichen Verkehrsmittel. „Diese neuen Siedlungen brauchen dringend eine gute Nahverkehrsanbindung“, so Brock.

Außerdem sei die „Light Rail“-Variante deutlich günstiger als „die Großbauprojekte der ÖBB wie der Koralmtunnel, die Milliarden kosten und in keiner Relation zum Nutzen“ stünden. Bedarf sei zwischen Wien und Bratislava dagegen jedenfalls gegeben: „Wir haben Überlegungen angestellt, wie man den Nahverkehr im Umkreis von Wien noch verbessern kann. Zwischen Wien und Bratislava haben wir dabei ein besonderes Verbesserungspotenzial festgestellt“, versicherte der WLB-Chef.

Um den Betrieb bis Bratislava zu realisieren, benötigen die Lokalbahnen bis zu 60 neue Triebwagen. Brock will dabei auf ähnliche Wagen setzen wie auf der Badner Bahn, die sowohl mit Wechselstrom der ÖBB als auch mit Gleichstrom der Straßenbahn fahren können und mit etwa 3 Mio. Euro je Triebwagen außerdem deutlich günstiger kämen als neue Schnellbahn-Garnituren.

Schon in der Zwischenkriegszeit von 1918 bis 1938 waren Wien und Bratislava über die jetzige S7 mit einer 69 Kilometer langen Schnellstraßenbahn – der Preßburger Bahn – verbunden gewesen. 1946 wurde die Verbindung zwischen Wolfsthal und der Staatsgrenze jedoch getrennt. Überlegungen zur Reaktivierung gibt es bereits seit einigen Jahren auch auf Regierungsebene. Ebenso hat sich im Vorjahr erst die Industriellenvereinigung (IV) für eine Verlängerung der S7 ausgesprochen. Sie hat sich ausgerechnet, dass man das Vorhaben im Rahmen einer Public-Private-Partnership (PPP) schon in zwei Jahren umsetzen könnte.

Parallel dazu planen die ÖBB den Ausbau der Bahnverbindungen zwischen Wien und Bratislava zum einen durch das Marchfeld über den Marchegger Ast, zum anderen über Götzendorf, Parndorf und Kittsee weiter südlich von der Wolfsthal-Verbindung. An diesen Plänen halten die ÖBB fest. Sie seien wohlüberlegt und sinnvoll, sagte ein Konzernsprecher auf APA-Anfrage. Gespräche mit den Wiener Lokalbahnen habe es noch nicht gegeben. Sollte die WLB aber tatsächlich ein zusätzliches Angebot für den Kunden schaffen, würden die ÖBB dies begrüßen, so der Sprecher – Zitat: „Konkurrenz belebt das Geschäft.“

Auch Schicker hält den Ausbau aller drei Bahnverbindungen nach Bratislava für sinnvoll. „Wir brauchen alle drei Wege, den Marchegger Ast im Norden, die Ostbahn-Route im Süden und die Verbindung über Hainburg“, so der Stadtrat im „WirtschaftsBlatt“.

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