Bad Fucking - Kritik und Trailer zum Film

Harald Sicheritz hat eine Krimi-Komödie ins Visier genommen, basierend auf Kurt Palms Roman "Bad Fucking" über ein kleines, verschlafenes Örtchen, das sich als wahrer Sündenpfuhl entpuppt. Der Film malt aus der Sicht der Foto- und Souvenirgeschäft-Besitzerin Veronika ein satirisches Sittengemälde der Bewohner von Bad Fucking. Und der Zuseher erfährt von Gelüsten, Nöten, Morden und sonstigen Missetaten. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Mit “Muttertag” oder “Hinterholz 8” hat Harald Sicheritz Komödien geschaffen, die tief im kollektiven Gedächtnis der Österreicher verankert sind. Nun wagte sich der Regisseur mit “Bad Fucking” an den grotesken Bestseller von Kurt Palm, der 2010 ein typisches Sittenbild zwischen Korruption, Spekulation und Mord zeichnete. Das Lachen bleibt einem dabei aber ab 20. Dezember meistens im Halse stecken.

Inhalt zu “Bad Fucking”

Schon zu Beginn kommt einem das gesamte Spektrum viel zu realistisch vor: ein Bürgermeister, der die Ersparnisse seiner Gemeinde verspekuliert; eine Innenministerin, die der Baufirma ihres Mannes Aufträge zuschanzt und sich selbst als Hardlinerin profilieren will; ein gieriger Gemeinderat, der sich die entgangenen Tourismuseinnahmen über den Bau eines Asylantenheims direkt am Ufer des idyllischen Waldsees zurückholen will. Palm hat bei seinen Landsleuten genau hingesehen.

Im Film ist die Endzeitstimmung, von der die kleinbürgerliche Alpenvorhölle geprägt ist, stets spürbar. Hier herrscht buchstäblich Ausweglosigkeit, hat doch ein Felssturz die Zufahrt in den Ort verschüttet und gibt es im Dorfgebiet keinen Handyempfang (bis auf eine kleine Plattform in den Bergen). Dazu kommen Ignoranz und die Sehnsucht nach einer religiösen bis apokalyptischen Erlösung bei manchen Bewohnern von Bad Fucking. Beklemmend.

Sicheritz hat sich an jenem Figurenarsenal orientiert, auf das Palm seine unzähligen Romancharaktere schon für das gleichnamige Theaterstück reduziert hatte. Statt eines auktorialen Erzählers setzt er die junge Vroni (Martina Ebm) in den Mittelpunkt, aus deren Sicht die Ereignisse im windigen Kurort mit dem schlüpfrigen Namen ungläubig geschildert werden: “Es gibt viel mehr verzweifelte Leute, als man glauben möchte”, seufzt sie schon zu Beginn.

Sie versucht sich ihre Flucht zu erpressen, während alle anderen – vom Bürgermeister bis zum Zahnarzt – entweder ihre Haut retten oder sich auch ihren persönlichen Vorteil verschaffen wollen. Ebm gibt die Protagonistin als unabhängige und schlagfertige junge Frau unter Zugzwang, das restliche Ensemble – Wolfgang Böck, Adele Neuhauser, Michael Ostrowski, Thomas Mraz, Thomas Stipsits und Johannes Silberschneider – ist von derb bis überhöht typensicher besetzt.

Kritik zum Film

Ursprünglich war der Stoff über den unglückseligen Luftkurort in den späten 1990er Jahren für eine Serie geplant gewesen, erzählte Palm kürzlich im Gespräch mit der APA. Für Sicheritz’ Adaption hat er nun viel Lob übrig, da diese “nichts Anbiederndes, nichts Kompromisslerisches” habe. “Ich bin nicht verwöhnt worden mit guten Kritiken”, gab der Komödienspezialist anlässlich seines zehnten Kinofilms im 20. Berufsjahr zurück. Daher freue er sich über jedes “einigermaßen wohlwollende” Feedback.

Dass es in “Bad Fucking” zwar sehr skurril zugeht, aber nur selten laut gelacht wird, nahm der Regisseur ebenfalls als Kompliment. “Ich wollte ja nicht den Geist des Buches verändern, und Komödie ist das Buch ja keine”, sagte Sicheritz im Gespräch mit der APA. “Ich mag die Satire, und Österreich ist ein Paradies der Realsatire.” Und Palm ergänzte, dass der Stoff jederzeit von der Realität überholt werden könnte. “Er basiert ja auch auf realen Vorbildern.”

Trailer zum film “Bad Fucking”:

(APA)

  • VIENNA.AT
  • Kino-News und Kinotrailer
  • Bad Fucking - Kritik und Trailer zum Film
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen