Baby-Entführungen: Die meisten gehen gut aus

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Spektakulär, emotional aufregend, aber zumeist glimpflich verlaufend: Baby-Entführungen.

Als im Jahr 2000 am Wiener AKH vorübergehend ein neugeborenes Mädchen “verschwand”, werteten die Experten dort die wissenschaftliche Literatur zu solchen Fällen aus. Fazit: In einer US-Studie, in der 77 Kindesentführungen analysiert wurden, davon die Hälfte von Babys, zeigte sich, dass 73 Kinder wohlbehalten ‘retourniert’ wurden. Meist handelt es sich um Täterinnen. Einige Daten aus den USA mit Berücksichtigung von 145 Fällen:

– Seit 1987 hatte es bis zum Erscheinen der Studie in den USA pro Jahr durchschnittlich 14 Baby-Entführungen

– Von 145 Tätern waren 141 Frauen (Durchschnittsalter 28 Jahre/Altersgruppe: 14 bis 48).

– Die meisten der Täterinnen waren geschieden oder lebten in schwierigen Partner-Beziehungen.

– Die Mehrzahl der Frauen hatte vor der Tat eine Schwangerschaft vorgetäuscht, an Gewicht zugenommen, Babykleidung (Ausstattung) gekauft oder anderen von einer Schwangerschaft erzählt.

– Psychisch konzentrierten sich die Frauen intensiv auf das angeblich erwartete Kind, manche hatten schon eine Fehlgeburt hinter sich.

– Bei allein stehenden Frauen als Baby-Entführerinnen war der Wunsch nach einem Kind als Partnerersatz offenbar das Hauptmotiv.

– Einige der Entführer planten ihre Taten sehr genau, schienen aber dann auf das “Ereignis der Entführung” selbst schlecht vorbereitet zu sein. Sie gaben an, “wie im Traum gehandelt” zu haben.

– In Kliniken traten die Täter zumeist in Spitalskleidung auf oder gaben vor, dort beschäftigt zu sein (Schwester, Ärztin).

– In den US-Spitälern wurden die Babys zumeist während der üblichen Tagesarbeitszeit entführt.

– Es gibt eine Häufung solcher Delikte in der Zeit zwischen Mai und Dezember. Aber bei der verhältnismäßig kleine Anzahl an analysierten Fällen muss das nicht statistisch signifikant sein.

– Die Mehrzahl der Babys wurde unverletzt nach wenigen Tagen gefunden, manchmal noch im Spital oder in Spitalsnähe.

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