Autor Tariq Ali kommt nach Wien

Vordenker der linken Studentenrevolte im England der 1960er Jahre, Autor, Filmemacher, Journalist: Die berufliche Vita von Tariq Ali (63) ist umfangreich.

Seit dem 11. September 2001 tritt der Literat wieder verstärkt als politischer Schriftsteller in Erscheinung. Nun kommt der streitbare Kenner des arabischen Raumes für zwei Vorträge nach Österreich und wird dabei in Wien und St. Pölten Station machen.

Unter dem Titel „Weltmacht, Religion und Demokratie. Fundamentalismus im Kampf um die Weltordnung“ wird Ali seine These des „Clash of Fundamentalism“ erläutern, die er dem bekannten Theorem des Historikers Samuel Huntington entgegenstellt. Demnach sei die derzeitige weltpolitische Lage nicht die Folge eines Zusammenpralls verschiedener Zivilisationen, sondern zweier Fundamentalismen: Des islamischen mit dem Imperialismus der USA.

Die Rückbesinnung des überzeugten Atheisten zum historisch-politischen Schreiben ist auf den Paradigmenwechsel im Zuge der Anschläge vom 11. September 2001 zurückzuführen. In den 1990er Jahren war der in Pakistan geborene und als 20-Jähriger nach England emigrierte Ali überwiegend als Literat in Erscheinung getreten.

Zu seinen erfolgreichsten Romanen in deutscher Übersetzung zählen „Im Schatten des Granatapfelbaumes“ oder „Das Buch Saladin“. Sie sind Teil von Alis Islam-Quintett, das mit dem fünften Band noch seiner Vollendung harrt. In den vorliegenden vier Romanen widmet sich Ali dem Verfall der muslimischen Herrschaft über Sizilien und die iberische Halbinsel.

Allerdings hatte sich Ali auch bereits vor dem Wechsel ins literarische Fach dem essayistischen Schreiben zugewandt, weshalb sich sein Werk heute breit gefächert zeigt. Das Spektrum reicht von der politischen Einführung „Trotzki für Anfänger“ bis hin zu „Pirates of the Caribbean“. Mit den Piraten gemeint sind dabei die drei Opponenten der USA, Evo Morales, Hugo Chavez und Fidel Castro, ihres Zeichens Präsidenten bzw. Staatschefs von Bolivien, Venezuela und Kuba. Diese Phalanx stellt für ihn die „Achse der Hoffnung“ dar – das Gegenmodell zur „Achse des Bösen“ des US-Präsidenten George W. Bush.

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