Austria will in Posen nicht mauern

Die Austria geht mit Respekt ins UEFA-Cup-Rückspiel gegen Lech Posen: "Es wird ein Tor notwendig sein", meinte Trainer Karl Daxbacher. Red Bull Salzburg ab 20.30 Uhr gegen Sevilla

Wollen die Wiener zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren den lukrativen Sprung in die Pool-Phase schaffen, wird ein Spagat zwischen Defensive und Offensive notwendig sein. Dass sich Lech vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Miejski-Stadion anders präsentieren wird als beim harmlosen Auftritt in Wien ist Daxbacher (“Da haben wir sie beherrscht”) klar. Franz Schiemer, der im Hinspiel als Doppeltorschütze in Erscheinung getreten war, rang dem unnötigen Gegentreffer im Horr-Stadion sogar etwas Positives ab: “So laufen wir wenigstens nicht Gefahr, uns nur hinten hineinzustellen und damit zu sehr unter Druck zu kommen.”

Auch wenn das Wort Geduldspiel nicht strapaziert wird – einen Sturmlauf des polnischen Tabellendritten erwartet man im Austria-Lager nicht. “Es wird auch für Posen nicht einfach. Sie werden nicht blind anstürmen, es genügt ihnen auch ein 1:0. Ich erwarte nicht die totale Offensive von Lech”, erklärte Daxbacher vor dem Abflug in die fünftgrößte polnische Stadt. Erwarten könne man sich eine “sehr einsatzfreudige und hart spielende Mannschaft”. Sorgen müsse man sich jedoch nicht machen. Eine Ansicht, die auch Schiemer teilt: “Ich habe überhaupt keine Angst, auch weil wir ihnen im ersten Spiel zweikampftechnisch überlegen waren”.

Nach zuletzt minimalistischen, aber erfolgreichen Auftritten und sieben Pflichtspiel-Erfolgen in Serie, ortet Daxbacher die richtige Einstellung unter seinen Schützlingen. “Man merkt innerhalb der Mannschaft, dass es für sie das wichtigste Spiel in der bisherigen Saison sein wird”, beurteilte das Austria-Urgestein die Lage. Die Austria, die auf dem Weg in die Gruppenphase zum dritten Mal nach 2004 und 2006 (jeweils Legia Warschau) eine polnische Hürde überwinden könnte, müsse sich im Vergleich mit dem 1:0 gegen Austria Kärnten am Wochenende aber steigern. “In Kärnten haben wir zu viele Chancen zugelassen. In Posen müssen wir versuchen, kompakter zu stehen”, forderte der Trainer.

Bis auf den verletzten Sun Xiang kann Daxbacher auf alle Akteure zurückgreifen, auch der zuletzt verletzte Abwehrchef Jacek Bak steht gegen seine Landsleute wieder zur Verfügung. Positiv fiel gegen Kärnten auch auf, dass Schlussmann Safar in einigen brenzligen Situationen kühlen Kopf bewahrte.

Neben den sportlichen Ambitionen steht für die Violetten in Posen auch monetär einiges auf dem Spiel. Der Bundesliga-Spitzenreiter könnte sich laut Finanz-Vorstand Markus Kraetschmer mit dem Erreichen der Gruppenphase “zumindest 500.000 Euro” dazuverdienen. In der vergangenen Europacup-Saison blieb ein Plus von 750.000 Euro übrig, obwohl die Austria in der Gruppenphase in vier Spielen nur einen Zähler verbucht hatte. Ein finanzieller Engpass droht der Austria aber auch bei einem Scheitern nicht, das aktuelle Budget von 15 Mio. Euro ist ausfinanziert.

Im Lager von Lech ist man nach drei Liga-Siegen in Serie vorsichtig, aber optimistisch – auch wenn Trainer Franciszek Smuda betonte: “Es wird schwierig, die Austria ist sehr erfahren”. Der 60-Jährige wiederholte im Vorfeld des ausverkauften Auftritts, was er schon nach dem Hinspiel angekündigt hatte: “Die Austria war in Wien sehr aggressiv, wir müssen dasselbe machen.”

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