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Austria Tabak erhöht Zigarettenpreise

Schlechte Nachrichten für Raucher: Am Donnerstag wird die Austria Tabak die Preise für Zigaretten um durchschnittlich 20 Cent je Packung erhöhen. Umfrage 

Das berichtet „Die Presse“ in ihrer Ausgabe von Mittwoch. Marken der mittlerweile zum japanischen JTI-Konzern gehörenden Austria Tabak wie Memphis oder Smart sollen demnach um um sechs bis sieben Prozent teurer werden, bestätigte Trafikanten-Obmann Peter Trinkl.

Die Austria Tabak wollte den Bericht auf APA-Anfrage nicht kommentieren. Preiserhöhungen würden wie immer im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ veröffentlicht, vorher dürfe man nichts sagen, erklärte Unternehmenssprecher Helmut Dumfahrt lediglich. Die letzte Preiserhöhung gab es im Frühjahr 2007.

Die Preiserhöhung kommt für Experten nicht überraschend. Die Tabakindustrie reagiert damit auf das sogenannte „Hilfspaket“ für die rund 3.000 heimischen Trafikanten, das die Bundesregierung im November geschnürt hat. Allerdings kommt für manche das Ausmaß der Erhöhung überraschend.

Hintergrund: Durch den Wegfall der Einfuhrgrenzen gegenüber den Nachbarländern geraten die Trafikanten – die nach eigenen Angaben 10.000 Arbeitsplätze sichern, davon die Hälfte Behinderte – massiv unter Druck. Im Juli 2007 ist die bisherige “25-Stück-Regelung“ – wonach Reisende nur 25 Stück Zigaretten legal einführen dürfen – mit Slowenien ausgelaufen. Seither darf – so wie aus anderen EU-Staaten – legal eine Stange Zigaretten eingeführt werden. Sind die Warnhinweise in deutscher Sprache aufgedruckt, erhöht sich die Menge auf vier Stangen. Anfang 2008 fiel die 25-Stück-Grenze auch mit Tschechien. Für Ungarn und die Slowakei gilt noch eine Frist bis 2009.

Das – auch mit einer Streikdrohung – durchgesetzte Hilfspaket im Volumen von 125 Mio. Euro sieht unter anderem die Erhöhung der gesetzlich festgelegten Handelsspanne für den Einzelhandel um 10 Prozent vor. Das von der Tabakindustrie kommende Geld fließt in einen Fonds, aus dem besondere Härtefälle unterstützt werden.

Die Zigarettenproduzenten begegnen jetzt dem Margenverfall mit Preiserhöhungen. Austria Tabak ist dabei kein Einzelfall: Laut Trinkl hat Philip Morris die Preise für Marlboro schon am 27. Dezember um 10 Cent je Packung erhöht. Trinkl geht davon aus, dass Altadis (Gauloises) – erst vor kurzem von Imperial Tobacco (John Player Special, Davidoff) übernommen – und BAT folgen könnten.

Preiserhöhungen können nämlich auch kontraproduktiv wirken, wenn sie nicht die Umsätze der Konzerne erhöhen, sondern den Schmuggel ankurbeln. Schon jetzt ist das Volumen illegal eingeführter Zigaretten enorm. Trinkl schätzt es auf rund vier Milliarden Stück pro Jahr.

 

 

 

 

 

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