Austria-Stotterstart, "Perfekte Woche" für Grödig

Grödig schaffte den Spagat aus EL und Bundesliga
Grödig schaffte den Spagat aus EL und Bundesliga
Der SV Grödig macht keine Anstalten, seinen Höhenflug zu stoppen. Zum Abschluss der starken ersten Pflichtspielwoche rangen die Salzburger in der ersten Fußball-Bundesliga-Runde der Austria in Wien ein verdientes 1:1 ab. Die Austria schrammte dabei nur hauchdünn an einem klassischen Fehlstart vorbei, dem eingewechselten Ola Kamara gelang der Ausgleich erst in Minute 93.


“Eine perfekte Woche”, bejubelte Grödigs Neo-Trainer Michael Baur seinen Einstand. Nach dem 7:1 im Cup in Leobendorf und dem 4:0 im Zweitrunden-Qualifikations-Hinspiel zur Europa League in Belgrad gegen Cukaricki überzeugte man nun auch gegen die Austria mit defensiver Abgeklärtheit und offensivem Spielwitz.

Dass Yordy Reyna in der 90. Minute recht leichtfertig die Riesenchance aufs entscheidende 2:0 vergab, nahm dem spielstarken Peruaner im Grödiger Lager keiner übel. “Wenn man sieht, was Yordy leistet, dann freuen wir uns alle, dass er für uns spielt. Wir geben ihm ein Zuhause und er wird uns noch sehr viel Freude bereiten”, sagte Baur.

Der starke Grödig-Goalie Cican Stankovic ärgerte sich hingegen gehörig, dass sein Team die 1:0-Führung nicht über die Zeit brachte. “Nach dem 1:0 haben wir viel zu wenig gemacht”, meinte Stankovic, der seine Vorderleute aber angesichts von rund 35 Grad Celsius am Sonntagnachmittag auch in Schutz nahm: “Nur drei Tage nach dem intensiven Europacup-Match in Belgrad war klar, dass uns irgendwann die Kraft ausgeht.”

Dass die Partie größtenteils zerfahren und ruppig verlief, lag nach Ansicht der meisten Akteure an der linienlosen Spielführung von Referee Markus Hameter. Baur verteidigte hingegen den Niederösterreicher, der neunmal Gelb zeigte. “Die Leute wollen wie bei der WM dynamische Spiele sehen. Für mich war es eine resche, aber keine überharte Partie. Es gehört dazu, dass es raschelt”, befand Grödigs Chefcoach.

Für die Austrianer fühlte sich das Remis trotz des späten Tores eher wie eine Niederlage an. “Wir sind enttäuscht, denn wir wollten unbedingt gewinnen”, stellte Kamara klar. Gerald Baumgartner war natürlich erleichtert, dass sein Ligadebüt als Austria-Trainer noch halbwegs glimpflich endete, sah aber punkto Fitness und Umsetzen der Spielphilosophie noch viel Luft nach oben.

“Wir haben unsere Angriffe leider nicht konsequent genug zu Ende gespielt. Aber ich bin mir sicher, dass man in den kommenden Wochen immer deutlicher erkennen wird, wie unser Spiel ausschauen soll”, meinte Baumgartner. Kritik am völlig farblos gebliebenen Stürmer Roman Kienast vermied Baumgartner elegant: “Roman war sehr engagiert, die großen Highlights hatte er aber nicht.” Mit Kienast, Kamara und Martin Harrer habe man offensiv viel Qualität, die noch laufende Suche nach dem Nachfolger von Philipp Hosiner will Baumgartner aber lieber heute als morgen erfolgreich beenden.

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