Austria gegen aufstrebende WSG, Kellerduell in Graz
Austria - WSG: Tiroler kommen mit breiter Brust
Nach zwei Siegen über die Nachzügler GAK und Blau-Weiß Linz ist die Austria heiß auf das Triple. Mit der WSG gastiert allerdings ein gefährlicher Gegner aus der unteren Tabellenhälfte in Favoriten. Vier Spiele in Folge hat man nicht verloren, am vergangenen Wochenende verlieh der 3:2-Last-Minute-Sieg in Salzburg weitere Flügel. "Das war was Außergewöhnliches, was die Mannschaft geleistet hat", stellte WSG-Coach Philipp Semlic fest. "Natürlich wächst die Stimmung und das Selbstvertrauen mit Erfolgen."
Ohne den gesperrten Mittelfeldmotor Matthäus Taferner ("Ein sehr wichtiger Spieler, das können wir nur auf mehrere Schultern übertragen") soll der aktuelle Sieben-Punkte-Abstand auf Platz zwölf weiter vergrößert werden. Dreimal ist die WSG unter Semlic gegen die Austria angetreten, dreimal setzte es eine Niederlage - so wie beim 2:3 Ende Oktober in Innsbruck. "Wir haben eine coole Spielidee gehabt, aber wir haben immer verloren. Das wollen wir jetzt besser machen", kündigte Semlic an. Es wäre eine weitere Mutinjektion vor dem Nachtragsspiel kommenden Mittwoch bei Sturm Graz.
Respekt vor dem Gegner ließ auch Austria-Coach Stephan Helm anklingen. "Sie treten mit dem Ball sehr mutig auf, haben auch ballsichere Spieler", stellte der Burgenländer fest. Er will mit seiner Truppe ein eindeutiges Zeichen in Richtung Top Sechs abgeben, derzeit kann es für die Favoritner in beide Richtungen gehen. Auf Platz eins fehlen nur drei Punkte, aber auch Rang zehn ist lediglich fünf Zähler entfernt. "Es ist extrem knapp, die Mannschaften sind sehr gut organisiert. Die vermeintlichen Topteams treffen auf ausgeklügelte Defensivstrategien", sagte Helm.
Ried - WAC: Atalan peilt erste Punkte an
Nur einen Punkt hinter der Austria lauert der WAC. Der verlor nach dem Abschied von Trainer Dietmar Kühbauer beim missglückten Kurzgastspiel Peter Pacults in der Tabelle an Boden und musste sich zuletzt auch im ersten Match unter Atalan Altach mit 1:3 beugen. Der Neo-Trainer will in Ried erstmals anschreiben. "In erster Linie muss die mentale Widerstandsfähigkeit besser werden. Nicht verwertete Torchancen, ein Gegentor - damit müssen wir positiver umgehen", spielte er auf sein Debüt an.
Der Tabellenneunte Ried hofft auf eine ähnliche Vorstellung wie beim 2:1-Sieg im Lavanttal am 18. Oktober und will sich von den jüngsten Ergebnissen der Wölfe "nicht täuschen lassen", wie es Trainer Maximilian Senft formulierte. Die Aufsteiger, die auf den gesperrten Ante Bajic verzichten müssen, unterlagen zuletzt in Hartberg mit 0:2 und wollen so schnell wie möglich zurück auf die Siegerstraße. Einer, der den Gegner aus seiner Zeit in Wolfsberg gut kennt, ist Jonathan Scherzer. "Wenn wir ihr Spiel kaputtmachen, haben wir gute Chancen, Punkte zu holen", stellte der Verteidiger fest.
GAK - BW Linz: Es wird eng für Mörec
Vor drei Runden noch vier Punkte vor dem GAK liegend, schaut sich BW die Konkurrenz inzwischen von unten an. Zwei Punkte fehlen den Linzern auf die Rotjacken, nach fünf Niederlagen in Folge brennt der Hut - nicht zuletzt für Coach Mitja Mörec wird es eng. Immerhin: Einen von drei Saisonsiegen, noch dazu den höchsten, feierte BW beim 3:0 gegen den GAK. "Wir wollen zeigen, dass wir aus den letzten Spielen gelernt haben", sagte Mörec, dem Thomas Goiginger mit einer Muskelblessur fehlt.
Nach oben zeigt die Lernkurve derzeit jedenfalls beim GAK. Beim 3:1 über Altach platzte in der 12. Runde der Knoten, am vergangenen Wochenende überraschten die Grazer mit dem 2:1 bei Rapid. "Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir das Glück ein bisserl mehr erzwingen", betonte Coach Ferdinand Feldhofer, der den verletzten Zeteny Jano vorgeben muss. "Wir sind viel gefährlicher im gegnerischen Strafraum, sind mehr in den gefährlichen Räumen." Daran will man anschließen. "Wir haben jetzt schon ein bisserl mehr Selbstvertrauen als davor, und das möchte ich auch sehen."
(APA)