Austria auf Europacup-Kurs

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Cup-Finalist Austria Wien hat sich am Samstag in der Bundesliga auf Platz drei vorgeschoben und den Abstieg von Schlusslicht Altach praktisch besiegelt. Bilder 

Die “Veilchen” feierten dank drei Toren von Rubin Okotie (9., 69., 87.) und einem Treffer von Mario Bazina (45.+1) einen klaren 4:1-(2:0)-Heimsieg über den Tabellenletzten aus Vorarlberg und haben damit beste Karten auf einen Startplatz in der zweiten Quali-Runde der Europa League, beträgt doch ihr Vorsprung auf Sturm Graz nun zwei Punkte.

Altach muss dagegen auf ein Wunder hoffen, um nicht in die Erste Liga abzusteigen. Vor den abschließenden beiden Runden fehlen dem “Ländle”-Club bei klar schlechterer Tordifferenz drei Punkte auf die im Heimspiel gegen Austria Kärnten 3:2 siegreichen Mattersburger. Und auch die Auslosung spricht klar gegen die Vorarlberger, die zu Hause noch Kapfenberg empfangen und in der letzten Runde beim Tabellenführer Salzburg antreten müssen. Die Burgenländer müssen zwar noch zum Tabellenzweiten Rapid, haben dann aber Heimrecht gegen LASK Linz.

Die ohne die verletzten Stammkräfte Suttner und Standfest spielende Austria startete fulminant und hätte bereits nach 67 Sekunden 1:0 führen müssen: Nach einer perfekten Sun-Flanke traf der im Strafraum lauernde Bazina in die Maschen. Doch dem regulären Treffer wurde die Anerkennung verweigert, weil der Schiedsrichterassistent eine Abseitsstellung gesehen haben wollte. Aber in Minute neun war es nach einer Bilderbuchaktion der Violetten soweit: Bazina verlagerte das Spiel mit einem hohen Ball auf die rechte Seite, auf der Emin Sulimani per Volleyflanke auf Okotie weiterleitete, und der 21-jährige Stürmer besorgte aus kurzer Distanz per Kopf die Führung.

Nach der verdienten Führung agierte die Austria allerdings viel zu lethargisch und hätte in Minute 20 beinahe den Ausgleich kassiert: Zunächst wehrte Austria-Schlussmann Safar einen wuchtigen Schuss von Koch ab, der Nachschuss von Guem fiel aber viel zu leicht aus, wodurch Safar keine Probleme hatte. Im Gegenzug agierte Okotie nach Zusammenspiel mit Bazina im Duell mit Altach-Goalie Schicklgruber zu lässig und “schaufelte” den Ball deutlich über das Tor.

In Minute 37 folgte die nächste Fehlentscheidung eines Schiedsrichterassistenten, diesmal auf der anderen Seite: Schoppitsch, der alleine Richtung Strafraum stürmte, stand zwar im Abseits, allerdings war ihm der Ball von Austria-Kapitän Blanchard “serviert” worden. Doch für die Gäste aus Vorarlberg kam es noch schlimmer, denn unmittelbar vor dem Pausenpfiff kassierten sie den zweiten Gegentreffer. Nach einem 50-Meter-Pass von Majstorovic stoppte sich der ideal gestartete Bazina den Ball optimal und erhöhte mit einem platzierten Schuss ins lange Eck auf 2:0, womit die Vorentscheidung gefallen war.

Nach dem Wechsel tat sich bis zur Schlussphase wenig Nennenswertes, außer dass die an diesem Abend löchrige Altach-Abwehr beim dritten Gegentreffer ein Deja-vu erlebte. Diesmal wurde Okotie mit einem weiten Pass aus der Abwehr bedient, und erneut hatte Altach-Defensiv-Spieler Guem das Nachsehen. Okotie umkurvte Schicklgruber souverän und schob zum 3:0 ein (69.).

Altach gelang im Finish noch der Ehrentreffer: Nach perfektem Zusammenspiel mit dem eingewechselten Karatay legte Vorisek zurück auf Radonjic, der Safar keine Chance ließ (86.). Postwendend stellte die Austria aber den Drei-Tore-Vorsprung wieder her. Bazina bediente seinen Sturmpartner Okotie ideal, der mit seinem bereits 14. Saisontor und ersten Triple-Pack in der höchsten Spielklasse den Endstand besorgte (87.).

Karl Daxbacher (Austria-Trainer): “Wir waren heute von Beginn an hellwach, sind erst beim 3:0 in der Abwehr nachlässig geworden. Da hat Altach dann verdient das Tor geschossen. Ich kann der Mannschaft aber sonst nur gratulieren, das war ein sehr gutes Spiel.”

Georg Zellhofer (Altach-Trainer): “Ich kann der Austria nur gratulieren, sie hat heute mehr um den dritten Platz gekämpft als wir um den neunten. Dementsprechend bin ich enttäuscht. Es ist jetzt sehr schwierig, Mattersburg noch einzuholen. Es muss jetzt schon alles für uns zusammenspielen. Rubin Okotie war heute unser Sargnagel, er hat uns heute alleine erledigt.”

Kai Schoppitsch (Altach-Kapitän): “Wir haben sehr schlecht angefangen, sind in der Defensive sehr unsicher gewesen und gleich in Rückstand geraten. Dann haben wir besser ins Spiel gefunden, doch was dann vor dem Pausenpfiff passiert ist, das ist ein Wahnsinn. Da das zweite Gegentor zu kassieren, das ist einfach nur Dummheit.”

Alexander Guem (Altach-Defensivspieler): “Wir müssen uns bei unseren mitgereisten Fans entschuldigen. Aber wir geben nicht auf, solange es rechnerisch noch möglich ist. Es war einfach ein miserabler Tag von uns.”

Dennis Mimm (Altach-Außenverteidiger): “Rechnerisch ist es noch möglich, aber unheimlich schwer. Unsere Situation ist jetzt beschissen.”

FK Austria Wien – Cashpoint SCR Altach 4:1 (2:0)
Horr-Stadion, 8.423 Zuschauer (richtig), SR Oliver Drachta

Torfolge: 1:0 (9.) Okotie, 2:0 (45.+1) Bazina, 3:0 (69.) Okotie, 3:1 (86.) Radonjic, 4:1 (87.) Okotie

Austria: Safar – Troyansky (60. Dragovic), Bak, Schiemer, Majstorovic – E. Sulimani (73. Krammer), Blanchard, Acimovic, Sun (78. Sun) – Bazina, Okotie
Altach: Schicklgruber – Mimm (83. Vishaj), Djordjevic, Gramann (65. Karatay), Kling – Guem, Vorisek – Jun, Koch, Schoppitsch (65. Konrad) – Radonjic

Gelbe Karten: Troyansky, Schiemer bzw. Djordjevic, Guem
Die Besten: Okotie, Bazina, Bak bzw. Vorisek, Jun

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