Australisches Korallenriff mindestens zehn Jahre geschädigt

Das Große Barriere Riff vor Australien hat nach Ansicht des deutschen Korallenexperten Reinhold Leinfelder mindestens zehn Jahre an den Folgen der Überschwemmung zu tragen.

“Es bleibt die Frage, wann und ob es sich vollständig erholen wird”, sagte der frühere Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums. Durch die Überschwemmungen sei das einzigartige Riff mit seinen rund 400 Steinkorallenarten auf mehrfache Weise gefährdet.

So macht der angespülte Schlamm das Wasser extrem trüb. “In zehn Meter Tiefe dringt nur noch ein Prozent des Lichtes durch. Sonst kann man dort 30 Meter tief sehen”, sagte Leinfelder. Korallen brauchten jedoch das Licht zum Höhenwachstum.

Durch die beiden Flüsse, die nördlich und südlich des Großen Barriere Riffs ins Meer strömen, werden zudem große Mengen aus dem Boden gespülter Pestizide und Düngemittel eingetragen. “Dadurch ist das Meer überdüngt. Algen können zu stark wachsen und alles überwuchern”, sagte der Experte. Auch die Tatsache, dass das Flusswasser naturgemäß Süßwasser sei, bedeute eine Gefahr für die Korallen. Zudem sei das Wasser zu heiß, weil große Rücklaufbecken überschwemmt worden seien, deren Inhalt nun mit abfließe.

“Aber die Strömungsverhältnisse sind zur Zeit recht günstig. Wir müssen abwarten, wie schnell sich die Lage beruhigt und wie viele Nährstoffe letztlich eingetragen werden. Zum Glück ist das Riff intakt und sehr, sehr groß”, ergänzte Leinfelder, der in diesem Jahr seine Biologie-Professur an der Humboldt-Universität wieder aufnimmt. Dort will er sich vor allem der Biodiversitätsforschung widmen. Korallen sind ein Spezialgebiet des Geobiologen, der in Panama auch eine Forschungsgruppe zu dem Thema leitet.

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