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Ausstellung zur Kindereuthanasie in Wien

&copy APA Gedenkraum mit Gehirnpräparationen von Jugendlichen, die Opfer der Euthanasie wurden
&copy APA Gedenkraum mit Gehirnpräparationen von Jugendlichen, die Opfer der Euthanasie wurden
Vom 4. April bis zum 12. August 2005 wird im Wiener Stadt- und Landesarchiv eine Ausstellung zum Thema "Kindereuthanasie in Wien 1940-1945. Krankengeschichten als Zeugen" präsentiert. --> mehr Ausstellungen.

Damit wird eine Thematik aufgegriffen, die an eines der furchtbarsten Geschehen der NS-Zeit gemahnt, mit der sich die historische und medizingeschichtliche Forschung in Österreich erst in den letzten Jahren intensiver auseinandersetzt. Die kaum beschreibbare, tief in das ethische Verständnis vom Menschsein reichende Dimension dieses Themas hat Bundespräsident Dr. Heinz Fischer bewogen, den Ehrenschutz zu übernehmen. Die Ausstellung ist Montag und Freitag von 9 bis 15 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen. Eine Informationsbroschüre ist kostenlos erhältlich.

Als im April 2003 alle identifizierten sterblichen Überreste der Kinder in einem Ehrengrab der Stadt Wien am Zentralfriedhof begraben wurden, schien für viele das Kapitel “Spiegelgrund” damit zu Ende zu sein. Nicht jedoch für die Angehörigen. Noch heute melden sind Verwandte, die bei einem Besuch auf dem Zentralfriedhof einen bekannten Namen fanden. Die TäterInnen in der städtischen Nervenklinik selbst und im Umfeld der städtischen Verwaltung sowie an der Universitätskinderklinik sind heute großteils bekannt. Geschwister hingegen wissen oft nichts über den Bruder oder die Schwester, die in ihrer Kindheit sterben mussten, erkennen erst nach Jahren die Zusammenhänge zwischen dem Verschwinden aus ihrem Leben und dem Tod “Am Spiegelgrund”. Informationen in der Familie fehlen. Dem Abhilfe zu schaffen und zugleich aufzuzeigen, zu welchen Handlungen der Mensch fähig sein konnte (kann?), ist deklariertes Ziel der Ausstellung.

Die Ausstellung wird auf der Grundlage der seit dem Jahr 2001 in die Bestände des Wiener Stadt- und Landesarchivs übernommenen Krankengeschichten gestaltet. Sie stellt sich auch dem Geschehen nach Kriegsende, als der weitere Missbrauch der Opfer unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung bis in die 1970er Jahre weiterging.

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