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Ausstellung im Kunst Haus Wien: "Über Leben am Land"

Die Ausstellung "Über das Leben am Land" startet im Kunst Haus Wien.
Die Ausstellung "Über das Leben am Land" startet im Kunst Haus Wien. ©Petros Efstathiadis/Monitors
Das Kunst Haus Wien präsentiert ab heute die neue Ausstellung "Über Leben am Land" von Verena Kaspar-Eisert.

Ein gesellschaftlich wie politisch hoch aktuelles Thema steht im Mittelpunkt der neuen Ausstellung, mit der sich das Kunst Haus Wien ab heute in den dichten Veranstaltungsreigen des von hier aus gesteuerten Festivals “Foto Wien” einreiht. “Über Leben am Land” heißt die von Verena Kaspar-Eisert kuratierte Schau, die sich mit der alltäglichen Realität abseits der Städte auseinandersetzt.

Der wiederaufgebrochen Konflikt Stadt-Land finde sich in zahlreichen politischen Großthemen wie der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, sagte Kunst Haus Chefin Bettina Leidl bei der heutigen Pressekonferenz.”Der Brexit ist klar auch ein Konflikt zwischen den Bewohnern der ländlichen Regionen und jenen der Metropolen. In Frankreich sind die Gilets Jaunes vor allem ein Aufstand der Regionen gegen die Metropolen”, so Leidl. “Dieses Gefühl des Abgehängt-Seins ist evident.”

Ausstellung im Kunst Haus Wien: 20 Positionen beleuchten viele Facetten des Themas

Die einstige Hoffnung, dass die Digitalisierung die Landflucht bremse, habe sich enttäuscht, sagte Leidl. “Die Ballungszentren werden größer. Das führt immer mehr zu einer Ausdünnung der ländlichen Regionen, trotzdem bleibt der Sehnsuchtsort Land, dem wir uns in der Ausstellung auch widmen.” Kaspar-Eisert hat 20 Positionen zusammengestellt, die viele Facetten des Themas beleuchten und dabei gelegentlich überraschende Blickwinkel bieten: “Gerade die Fotografie kann Stereotypen infrage stellen”, betonte sie.

Anatoliy Babiychuk entführt in das ukrainische Heimatdorf seiner Frau, Joel Karppanen porträtiert einen kleinen Ort in Lappland. Iris Andraschek ergänzt ihre Fotos mit einer Installation aus Holz- und Metallplatten. Paul Albert Leitner hat für sein Projekt “Heimat, Zyklus über Österreich” von seinen Streifzügen durchs Land visuelle Souvenirs mitgenommen. Geografisch, thematisch und ästhetisch sind die gezeigten Positionen höchst divers – den Vogel schießt aber wohl der Grieche Petros Efstathiadis ab, dessen Fotos Menschen und ihre selbst gebastelten Bomben zeigen: Es sind glücklicherweise nicht Dokumente eines sich vorbereitenden Bürgerkriegs, sondern vom Fotografen selbst arrangierte Objekte und Installationen, die “eine Antwort auf die Absurdität von Gewalt” darstellen sollen: “Diese Bomben sind harmlos. Sie verspotten Krieg und Terror.”

“Future Scenarios” im Kunst Haus Wien

Parallel zur Hauptausstellung sind in der Kunst Haus Wien Garage bis 10. Juni “Future Scenarios” zu sehen: Kuratorin Sophie Haslinger zeigt hier in einer Videoinstallation und Fotografien ein seit 2016 laufendes Langzeitprojekt von Lena Dobrowolska und Teo Ormond-Skeaping. “Es geht um den Klimawandel und seine Auswirkungen”, sagte Leidl. “Die Künstler stellen die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit der Menschen in den Fokus, der Begriff der Resilienz passt hier besonders gut.”

(APA/Red)

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