Aushilfsgangster

Geld verdirbt den Menschen. Zumindest wenn Unsummen in die Hände einzelner geraten. Auf dieser kapitalismuskritischen Erkenntnis basiert der Hollywoodfilm "Aushilfsgangster", der am Freitag in Österreichs Kinos anläuft. Hier geh'ts zum Trailer Alle Spielzeiten auf einen Blick

Ein angeblicher Börsenmilliardär wird als gewissenloser Anlagebetrüger enttarnt, der skrupellos das Geld kleiner Leute verzockt hat. Die komplette Belegschaft eines Luxusapartment-Hauses in Manhattan verliert ihre Rentenansprüche und Ersparnisse. Ben Stiller (“Zoolander”, “Meine Braut, ihr Vater und ich”) spielt den Manager des Apartment-Hauses, der zu drastischen Methoden greift: Er will den geheimen Safe des Betrügers knacken und sich verlorenes Geld zurückholen.Berlin. Alan Alda (“M*A*S*H”, “West Wing”) mimt den bösen Turbokapitalisten, der in einer Penthouse-Wohnung ein protziges Leben führt. Auf dem Dach hat er einen eigenen Swimmingpool, auf dessen Boden eine überdimensionale Hundert-Dollar-Banknote gemalt ist. Autos schätzt er am meisten, wenn sie aus purem Gold sind. Das Drehbuchautoren-Team um Ted Griffin (“Kiss & Kill”) geizt nicht mit plakativ zugespitzten Darstellungen. Regisseur Bret Ratner sammelte mit den “Rush Hour”-Filmen Erfahrung im Actionklamauk.

Gegen den Börsenbösewicht geht eine Art moderner Robin Hood ins Rennen: Der von Comedy-Star Stiller gespielte Manager hat Mitschuld am Verlust des Pensionsfonds der Apartmenthaus-Mitarbeiter. Das will er nicht auf sich sitzenlassen – also schart er einen Trupp Mitstreiter für den ultimativen Einbruch um sich.

Die “Aushilfsgangster” entpuppen sich zunächst als Verlierertypen: Eddie Murphy (“Metro”, “Dr. Doolittle”) ist zum Beispiel ein Kleinkrimineller, der sich nur auf den Balkon seiner Opfer traut und nichts klaut, was mehr als 1000 Dollar wert ist. Dann falle das Strafmaß nur gering aus, wenn er erwischt werde, sagt er. Auch die Nebenrollen sind mit Matthew Broderick, Téa Leoni oder Michael Peña mit bekannten Leinwandgesichtern besetzt. Ziemlich missraten ist die deutsche Synchronisation – immer wieder bewegen die Schauspieler, die im Original Englisch sprachen, auf der Leinwand noch eifrig ihre Lippen, während sich ihre Synchronstimme längst in Schweigen hüllt.

Ein Börsenzocker lebt nach seinen eigenen Gesetzen und stürzt ärmere Mitmenschen damit ins Elend. Daraufhin ziehen die Opfer den Zocker zur Rechenschaft. Der Plot hätte zu einer Art Hollywood-Beitrag zur aktuellen Protestbewegung “Occupy Wall Street” getaugt, auch wenn die Dreharbeiten lange vor den realen Demonstrationen gegen die Macht der Banken und Börsen liefen. Doch erstaunlicherweise wird die kapitalismuskritische Grundkonstellation um jegliche Spuren sozialer Sprengkraft entschärft. Die Figuren sind weichgespült, der Humor ist harmlos, die überzeichnete Story mit logischen Lücken holprig. Und natürlich bekommt der Bonze am Ende seine gerechte Strafe – während die “kleinen Leute” sich jauchzend in den Armen liegen.
 

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