Ausbildung von Security-Mitarbeitern oft nur unzureichend

Sicherheitskräfte hätten teilweise keine Ahnung, wie sie bei gefährlichen Vorkommnissen agieren sollen.
Sicherheitskräfte hätten teilweise keine Ahnung, wie sie bei gefährlichen Vorkommnissen agieren sollen. ©DPA (Sujet)
In Österreich gibt es keine Ausbildungsregeln für das Bewachungsgewerbe und auch einheitliche Ausbildungsstandards fehlen. Das hat zur Folge, dass ein Drittel der Security-Mitarbeiter nur unzureichend ausgebildet ist und im Ernstfall keine Ahnung hätt, wie man bei gefährlichen Vorkommnissen agieren soll.

Wenn Sicherheitskräfte auf der Kärntner Straße in Wien arbeiten, hätten sie teilweise keine Ahnung, wie sie bei gefährlichen Vorkommnissen agieren sollen. Grund dafür sei, dass es “keine Regeln für das Bewachungsgewerbe” gibt, sagte Martin Wiesinger, Vorstandsmitglied des VSÖ, bei der Vorstellung des Jahrbuchs für Sicherheit 2018 am Donnerstag in Wien.

Ein Drittel der Security-Mitarbeiter unzureichend ausgebildet

Laut Jahrbuch des Verbandes der Sicherheitsunternehmen Österreich (VSÖ) fehlen bis heute einheitliche Ausbildungsstandards für Security-Mitarbeiter. Lediglich notwendig zur Einstellung der Fachkräfte sind Volljährigkeit, eine Sicherheitsüberprüfung und eine Eignung, wobei letztere nicht definiert ist. Wiesinger wünscht sich daher eine Gewerberechtsnovelle, bezweifelte aber, dass sie kommen wird, “obwohl sich die Regierung Sicherheit auf die Fahne geschrieben hat”.

So sei Österreich im EU-Vergleich das einzige Land, das keine Ausbildungsregeln für das Bewachungsgewerbe habe. Laut VSÖ-Vorstandsmitglied Günther Saltuari werden 66 Prozent der Mitarbeiter in einer dreitägigen Grundausbildung geschult und absolvieren eine Zuverlässigkeitsprüfung. Somit erfährt ein Drittel der eingesetzten Arbeiter keine Schulung.

Mangelnde Ausbildungsstandards in der Kritik

Durch die mangelnden Ausbildungsstandards im Bewachungsservice gebe es somit “alle Spielarten von Arbeitsanstellungen”, sagte Wiesinger, Geschäftsführer des Sicherheitsdienstleisters Securitas. Zur Folge hat das in der Praxis, dass Mitarbeiter kein Wissen über Handlungsmöglichkeiten bei aufkommenden Problemen haben, in einer Zwölf-Stunden-Schicht auf sich alleine gestellt und beispielsweise als Fahrscheinkontrolleure möglichen Gewaltangriffen ausgesetzt sind. Das Gewerbe zahle bei Gefahren über Kollektivvertrag, “wann immer es uns möglich ist”, betonte Wiesinger.

Im Rahmen einer Gewerberechtsnovelle sollen die Eckpfeiler für das Bewachungsgewerbe geregelt werden, wünscht sich der Vorstand. Seit zwei Jahren sei eine fertige Lösung für das Bewachungsgewerbe vorhanden – umgesetzt habe es die Regierung noch nicht.

Elektronische Sicherheitsanlagen immer beliebter

Der Branchenumsatz bei Sicherheitsdienstleistungen betrug im vergangenen Jahr laut VSÖ 551 Mio. Euro. Eine gewisse Sättigung sei bei Sicherheitstüren bemerkbar, der Umsatz bei mechanischen Sicherheitseinrichtungen wurde mit 297 Mio. Euro beziffert. Bei elektronischen Sicherheitsanlagen verzeichnete man einen starken Zuwachs bei Video, das komplette Segment machte 2017 einen Umsatz von 432 Mio. Euro.

(APA/Red)

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