Ausbildung schlägt Traumprinzen um Längen

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Wiener Mädchenbarometer: Einen Schul- bzw. Universitätsabschluss zu machen, ist für acht von zehn Mädchen in Wien ein Lebensziel und wird von ihnen unbedingt angestrebt.

Darauf verwiesen die Wiener Frauenstadträtin Sonja Wehsely (S) und Imma Palme vom Sozialforschungsinstitut IFES am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Von 500 befragten Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren hatten lediglich 14 Prozent den Wunsch, einen erfolgreichen Mann zu heiraten. „Unabhängigkeit“ war für 70 Prozent ein wichtiges Lebensziel.

Spaß, Freude und Selbstverwirklichung

„Die Role Models haben sich geändert“, resümierte Wehsely die Studie im Auftrag der Stadt. Jeder zweiten Befragten sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr wichtig. Das zeige, dass sich in den letzten Generationen einiges getan habe, meinte sie. Bei der Berufswahl steht für Mädchen Spaß, Freude und Selbstverwirklichung an erster Stelle: Drei Viertel nannten dies als wichtigstes Kriterium. Frauen forderten allerdings immer noch weniger Einkommen als Männer, bedauerte die Frauenstadträtin. „Mädchen, nehmt euch euer Recht und fordert auch genug“, appellierte Wehsely an die heranwachsende Generation.

„Ich sehe es als vordringliche Aufgabe, Mädchen Berufsinformation zu geben“, sagte Wehsely. Die Stadt Wien unterstütze die jungen Frauen mittels Einrichtungen wie dem „Töchtertag“ und dem „Mädchentelefon“ (0800/211317) vor allem bei der Auswahl für den Beruf. Ausreichende Kinderbetreuungseinrichtungen seien wichtig, um Beruf und Familie für Männer und Frauen besser vereinbar zu machen, sagte Wehsely. Sie möchte „Mädchen darin bestärken, dass sie das Recht auf Eigenständigkeit haben“.

Aufmerksam und hilfsbereit

Die befragten Mädchen seien die „Töchter jener Generation, die für sich schon viel erkämpft haben“, unterstrich Palme. Darin sah sie auch die Erklärung für den starken Wunsch der jungen Frauen nach Berufstätigkeit. 96 Prozent der Befragten schätzten sich als aufmerksam und hilfsbereit ein. Diese Eigenschaften seien zwar grundsätzlich positiv, meinte Palme: „Sie engen aber bei der Berufswahl ein.“

Ein interessantes Detailergebnis der Studie: Mädchen mit Migrationshintergrund schätzten sich häufiger als selbstbewusst ein und gaben auch häufiger an, ihre Meinung offen äußern zu können. Von diesen besuche ein relativ hoher Prozentsatz eine HTL und schreibe sich auch seltener „klassische weibliche Eigenschaften“ zu, erklärte Palme.

Sie ortete generell einen Paradigmenwechsel. Die heute 40- bis 50-Jährigen träumten im gleichen Alter noch davon, „dass da einer am Schimmel kommt und sie in eine Rosamunde Pilcher-Idylle entführt“, meinte sie.

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