Aus für Binnen-I beim Österreichischen Bundesheer

Das Binnen-I stört laut Kunasek beim Sprachfluss.
Das Binnen-I stört laut Kunasek beim Sprachfluss. ©APA/HANS PUNZ
Beim Österreichischen Bundesheer verzichtet man künftig auf das Binnen-I. Der 2001 verordnete "geschlechtergerechte Sprachgebrauch" habe sich als nicht praxistauglich erwiesen.

Das Bundesheer schafft das Binnen-I ab. “Feministische Sprachvorgaben zerstören die gewachsene Struktur unserer Muttersprache bis hin zur Unlesbarkeit und Unverständlichkeit”, erklärte Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) in der “Krone” (Freitagausgabe) das “Aus für sämtliche Formulierungen beim Bundesheer, die den Sprachfluss unnötig beeinträchtigen”.

Bundesheer streicht das Binnen-I

Der 2001 verordnete “geschlechtergerechte Sprachgebrauch” habe sich als nicht praxistauglich erwiesen. Sprachliche Gleichberechtigung der Geschlechter werde aber nicht prinzipiell abgelehnt. Wo sich eine Alltagstauglichkeit ergebe, würden Formulierungen wie “die Studierenden” verwendet.

Kritik an Abschaffung

Bundesjugendvertretung, rote Jugendorganisationen und die Liste Pilz haben am Freitag die Abschaffung des Binnen-I beim Bundesheer kritisiert. Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) wurde für die Maßnahme vom Frauennetzwerk Medien umgehend das “Rosa Handtaschl” verliehen. Die SJ ist der Meinung, dass die FPÖ mit dieser Maßnahme von den geplanten “Verschlechterungen im Gesundheitssystem” ablenken will und die Liste Pilz ortet einen “weiteren Rückschritt unter Schwarz-Blau”. Die Bundesjugendvertretung hält die vom Verteidigungsressort genannten Argumente Unlesbarkeit und Unverständlichkeit für vorgeschoben und fürchtet, dass dieses Beispiel in der Regierung Schule machen könnte.

Genau das fordern FPÖ-Frauensprecherin Carmen Schimanek und der Wiener FPÖ-Obmann Johann Gudenus in Aussendungen, da ihrer Ansicht nach das Gendern “überhandgenommen” habe. Das Frauennetzwerk Medien hingegen betonte: “Wer Frauen auch sprachlich nicht mehr sichtbar macht, zeigt damit, dass sie keine Rolle spielen sollen.” Für die Abschaffung setzte es für Kunasek die unrühmliche Auszeichnung das “Rosa Handtaschl”.

(APA/Red)

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