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Auftakt zum "Jahrhundertprozess"

Unmittelbar vor Beginn des Sensationsprozesses gegen Michael Jackson hat der US-Popstar vehement seine Unschuld beteuert.

„Ich werde freigesprochen und entlastet werden, wenn die Wahrheit zum Vorschein kommt“, versprach der „King of Pop“ seinen Fans per Internet. In der kalifornischen Kleinstadt Santa Maria bezogen unterdessen Dutzende Fernsehteams vor dem Gericht Stellung. Vor Jacksons Neverland-Ranch bekundeten Fans des Musikers ihre Unterstützung. Der 46-Jährige soll auf seiner Ranch einen damals krebskranken 13-jährigen Buben mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell missbraucht haben. Zum Auftakt des lange erwarteten Prozesses sollten am Dienstag die Geschworenen ausgewählt werden.

In den vergangenen Wochen seien eine Menge „böswilliger Informationen“ von den Medien verbreiten worden, beklagte sich Jackson in einem auf seiner Website verbreiteten Video. Die Vorwürfe seien „widerlich“ und offenbar aus dem Vorverfahren durchgesickert. Der 46-Jährige sprach von einem „Albtraum“ für sich und seine Familie und bat um einen „fairen Prozess“. Er habe „großes Vertrauen in unser Justizsystem. Bitte seien Sie unvoreingenommen (…)“, appellierte Jackson an seine potenziellen Geschworenen. Der exzentrische Star hatte bei seiner ersten Anhörung alle Vorwürfe als „große Lüge“ bezeichnet und auf unschuldig plädiert. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.

Die im vergangenen April von einer Grand Jury erhobene Anklage umfasst zehn Punkte. Vor allen geht es um den angeblichen Missbrauch des heute 15-jährigen Hauptzeugen, dessen Eltern den Prozess angestrengt haben. Die Hintergründe des Falls liegen jedoch größtenteils noch im Dunkeln, obwohl das vorab schon als „Jahrhundertprozess“ titulierte Gerichtsspektakel von den Medien begierig aufgegriffen wurde.

Mitte Jänner gelangten über den Sender ABC erstmals Auszüge aus den eigentlich streng unter Verschluss zu haltenden Aussagen des Jungen an die Öffentlichkeit. Demnach schilderte das mutmaßliche Missbrauchsopfer detailliert, wie sich Jackson an ihm vergangen habe: „Wir lagen also zusammen auf dem Bett, und dann fing er an, mich zu reiben (…). Er masturbierte mich.“ Der jüngere Bruder des Buben soll erzählt haben, dass Jackson auf der Ranch nackt vor den Kindern herumgelaufen sei und dabei eine Erektion gehabt habe. Der 15-Jährige soll in den Zeugenstand gerufen werden. Auch Jackson muss vor Gericht erscheinen, ob dies allerdings schon zum Prozessauftakt geschehen würde, war auch unmittelbar vor Beginn noch unklar.

Das eigentliche Verfahren beginnt erst in etwa vier Wochen. Zunächst müssen die Geschworenen ausgewählt werden. Es gibt 750 Kandidaten für die Jury, von denen jeder einen sieben Seiten langen Fragebogen ausfüllen muss. Die Anwälte beider Seiten werten die schriftlichen Antworten aus: Wer sich als befangen erweist, wird sofort ausgeschlossen. Diejenigen, die übrig bleiben, müssen sich noch einer peniblen Befragung unterziehen, bevor zwölf von ihnen Geschworene werden.

In Santa Maria herrscht nüchterner Geschäftssinn vor. „Das ist der Wahnsinn“, sagt die Besitzerin des Café „Diem“, Carmen Jenkins. Sie hat eigens zehn Hilfskräfte eingestellt und für Reporter Internetanschlüsse legen lassen. „Ich schlafe, ich lebe, ich träume ’Geschäft’“, sagt sie freimütig.

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