Aufsteiger Kapfenberg fordert Salzburg

Aufsteiger Kapfenberg empfängt am Sonntag in der 4. Runde der Bundesliga Titelfavorit Salzburg zu einem klassischen Duell David gegen Goliath.

Co Adriaanse, der Trainer des bisher entfesselt aufspielenden Tabellenführers aus der Mozartstadt, versprach einmal mehr eine offensiv ausgelegte Spielweise. “Wir werden auch auswärts voll auf Angriff spielen”, erklärte der Niederländer, der jedoch gleichzeitig warnte: “Es ist immer gefährlich, als Favorit ins Spiel zu gehen.”

Die in den vergangenen Saisonen auswärts schwachen Salzburger streben in der unmittelbaren Heimat ihres Besitzers, dem aus St. Marein im Mürztal stammenden Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, den ersten vollen Liga-Erfolg in der Fremde seit 30. März 2008 (2:1 in Ried) an. In der vergangenen Meisterschaft hatten die Salzburg-Fans bis Runde 21 (3:1 gegen Rapid) auf den ersten Auswärtserfolg warten müssen. Dass es diesmal weitaus früher klappt, dafür sollen vor allem die beiden treffsicheren Spitzen Marc Janko und Robin Nelisse sorgen, die mit fünf und drei Treffern an der Spitze der Liga-Torschützenliste stehen.

Janko, nach Oberschenkelblessur wieder fit, und Nelisse sind die letzten beiden zur Verfügung stehenden “echten” Stürmer im Salzburg-Kader. Alexander Zickler ist verletzt, Louis Ngwat-Mahop gesperrt und Djordje Rakic für Olympia abgestellt.

Die Kapfenberger warten noch auf den ersten Erfolg nach dem Aufstieg, den bisher einzigen Punkt holten sie allerdings daheim mit einem 2:2 gegen die Wiener Austria. Am Sonntag wird es in Kapfenberg zum ersten Oberhaus-Duell der beiden Clubs seit dem Frühjahr 1966 kommen, damals hatten sich die Obersteirer gegen die Salzburger 1:0 durchgesetzt. Die Salzburger stiegen in dieser Saison ab, die Kapfenberger erwischte es dann eine Saison später (1966/67).

In der Gesamtbilanz aus der obersten Spielklasse haben die Kapfenberger gegen Salzburg mit fünf Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen klar die Nase vorne, daheim haben sie sogar in vier Spielen viermal gewonnen. Diese Bilanz ist aber natürlich bereits gehörig verstaubt.

Kapfenberg-Coach Gregoritsch meinte über die Ausgangslage: “Wenn die Floskel David gegen Goliath bei einem Spiel zutrifft, dann bei diesem. Zwischen diesen Vereinen liegen mehrere Welten. Auch was die gesamte Philosophie betrifft. Aber genau das macht ja auch den Reiz einer solchen Partie aus.”

Natürlich hätte seine Truppe gegen Janko, Tchoyi und Co. nicht viel zu verlieren, “es gibt fast nur eine Win-Situation”. “Aber es geht um ein gewisses Auftreten. Und um jeden Punkt in der Liga, schließlich wollen wir ja oben bleiben. Und die Mannschaft hat im Training in dieser Woche ganz deutlich gezeigt, dass sie sich am Sonntag nicht so schnell geschlagen geben wird.”

Seine junge Truppe bezeichnete Gregoritsch als “sehr gelehrig”, dadurch seien die richtigen Schlüsse aus der jüngsten 1:2-Niederlage in Ried gezogen worden. “Und Spiele wie dieses gegen Salzburg sind für die Weiterentwicklung der Spieler Goldes wert.”

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