Aufräumarbeiten am Wiener Südbahnhof gehen weiter

Auch am Wiener Südbahnhof sind die Aufräumarbeiten nach "Emma" weiter im Gange. Ein Kran war am Samstag über die Bahnsteige 11 bis 19 gekracht und hatte nicht nur Geleise, sondern auch Oberleitungen, Signale und Teile der Außenwand des Südbahnhofes beschädigt.

Rund 10.000 Fahrgäste pro Tag müssen nun bereits am Bahnhof Meidling ihre Reise beenden. Sowohl der S-Bahn-Bereich als auch der Ostteil des Bahnhofes seien davon aber nicht betroffen, sagte ÖBB-Sprecherin Alexandra Kastner der APA.

Über die genaue Summe des Schadens könne man jetzt noch nichts genaues sagen, sagte sie. Es sei aber “einiges passiert”, als der Kran mit einer Höhe von 60 Metern und einem Gewicht von 250 Tonnen mit “gewaltiger Wucht” auf die Schienen geprallt ist. Die Maschine gehört zu einer Baustelle am Südtiroler Platz, so Kastner. Im Auftrag der ÖBB hatte dieser Tage eine Baufirma mit Hilfe des Krans alte Deckenelemente am S-Bahn-Tunnel abgehoben. Ob es sich bei dem Unfall um Fahrlässigkeit seitens der Baufirma gehandelt habe, dazu könne sie nicht sagen. Man müsse sich das genau anschauen, “es wird wohl ein Versicherungsfall werden”, ist die Sprecherin überzeugt.

Sicher ist, dass die Aufräumarbeiten aufgrund der großen Schäden weiter andauern werden. Vorerst geht man davon aus, dass die Arbeiten am Mittwoch so weit abgeschlossen sind, dass die Züge wieder fahren können. In der Nacht auf Sonntag wurde der Kran zerteilt und mit einem Hilfszug sowie einem Autokran auf einen Lkw gehoben und abtransportiert. “Bis heute früh haben Mitarbeiter die Oberleitung wieder straff gespannt, damit die Dieselloks fahren können. Sie sind ja von den Oberleitungen nicht betroffen.” Mit Hilfe dieser Loks werden jene “zwei oder drei Züge” aus dem Bahnhof herausgezogen, die sich seit dem Unfall noch auf den Geleisen befunden haben. “Wir brauchen jedes Wagenmaterial”, fügte Kastner hinzu.

Am Sonntag wurde der Unfallort von Sachverständigen begutachtet, auch am Montag laufen Meetings zur weiteren Vorgangsweise, berichtete Kastner. Am Vormittag waren Arbeiter damit beschäftigt, Stücke der Gleisschiene herauszuschneiden, wieder einzusetzen und neu zu verschweißen. Neben den Geleisen wurde durch den Kran auch die Außenwand des Bahnhofs beim Bahnsteig 19 hin zum Südtirolerplatz beschädigt. “In der Wand befinden sich Signal- und Stromleitungen. Man muss jetzt schauen, ob sie gesichert werden können oder erneuert werden müssen”, erklärte die Sprecherin. Auch Bahnsteigkanten und das Dach sind vom Kran in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Schäden sind am Südteil des Bahnhofes entstanden, im Bereich von Gleis 11 bis Gleis 19. Dort kommen täglich rund 10.000 Fahrgäste an. Sie müssen nun bereits am Bahnhof Meidling aussteigen, das bedeutete am Montag früh ein Mehr von 3.000 bis 4.000 Reisenden, heißt es vonseiten der ÖBB. Probleme habe es dort aber nicht gegeben. Der Südbahnhof inklusive Südtirolerplatz wird täglich von rund 46.000 Reisenden benützt. “Der größte Brocken sind die Pendler, die täglich die S-Bahn benutzen”, fügte Kastner hinzu.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Aufräumarbeiten am Wiener Südbahnhof gehen weiter
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen