Aufruf von Grönemeyer in Wien: Schallenberg stimmt inhaltlich zu

Der deutsche Musiker rief bei dem Konzert in Wien auf, "keinen Millimeter nach rechts" zu rücken.
Der deutsche Musiker rief bei dem Konzert in Wien auf, "keinen Millimeter nach rechts" zu rücken. ©APA/HANS PUNZ
Vergangenen Donnerstag sorgte Herbert Grönemeyer bei seinem Konzert für Aufsehen. Er rief auf, "keinen Millimeter nach rechts" zu rücken. Außenminister Schallenberg stimmt ihm dabei inhaltlich zu.
Grönemeyer mit Aufruf in Wien

Außenminister Alexander Schallenberg stimmt dem deutschen Musiker Herbert Grönemeyer zu, der sich vergangene Woche in Wien bei einem Konzert gegen einen Rechtsruck ausgesprochen hatte. "Ich finde die Äußerung von Grönemeyer vom Inhalt her völlig zutreffend", sagte Schallenberg vor einem Treffen der EU-Außen- und Europaminister am Montag in Brüssel.

Grönemeyer mit Aufruf bei Konzert in Wien

Es stehe Künstlern natürlich frei, zu sagen, was sie wollen, so der Diplomat, dem jedoch "eigentlich unklar" ist, "wen oder was Grönemeyer eigentlich gemeint haben könnte". Der deutsche Außenminister Heiko Maas hatte am Sonntag ein Video re-tweetet, das bei einem Auftritt in Wien am vergangenen Donnerstag entstanden sein soll.

Darin ruft Grönemeyer dazu auf, "keinen Millimeter nach rechts" zu rücken. Auch wenn Politiker schwächelten, und das sei in Österreich nicht anders als in Deutschland, "dann liegt es an uns, zu diktieren, wie 'ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so 'ne Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze (...)".

Kritik und Äußerungen nach Auftritt in Wien

Der Musiker hat sich bereits in der Vergangenheit oft so geäußert. Auf Twitter gab es am Wochenende Stimmen unter anderem von AfD-Politikern, die Grönemeyers teilweise herausgebrüllten Aufruf mit Nazi-Propaganda verglichen. Ein Re-Tweet sei "nicht das deutlichste politische Zeichen", sagte Schallenberg in Bezug auf Maas, der Grönemeyer auf Twitter auch mit Worten für dessen politisches Engagement dankte.

Kritik an Grönemeyer kam hingegen von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky in einer Aussendung am Montag. Seiner Ansicht wäre es "besser gewesen", dass sich Grönemeyer "bei seinem Wien Konzert lieber ausschließlich auf seine Musik konzentriert, anstatt die Konzertbesucher mit linksradikalen Parolen zu malträtieren". Der SPD-Politiker Maas hätte mit seiner Unterstützung den "Vogel abgeschossen".

(APA/Red)

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