Aufnahme für "Roten Davidstern"

Nach fast sechs Jahrzehnten steht der israelische Rettungsdienst "Magen David Adom" (MDA) (Roter Schild Davids - Roter Davidstern) vor der Aufnahme in die internationale Rot-Kreuz- und Rot-Halbmond-Bewegung.

Israelis und Palästinenser erkannten am Montag in einem in Genf unterzeichneten Abkommen gegenseitig ihre Sanitätsdienste an. Am 5. und 6. Dezember könnte der israelische Dienst unter dem Symbol „Roter Kristall“ auf einer Sondersitzung der 192 Rot-Kreuz-Mitgliedstaaten in Genf international anerkannt werden.

Bisher war Israel nicht aufgenommen worden, weil es für sich das Rote Kreuz der christlichen und den Roten Halbmond der muslimischen Länder nicht akzeptieren wollte. Der Gründer des Roten Kreuzes, der Schweizer Henry Dunant, hatte sich vor über 140 Jahren an das Schweizer Bundeswappen (weißes Kreuz auf rotem Feld) angelehnt.

Die Delegierten der internationalen Konferenz des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes (IFRC) hatten bereits vor zwei Jahren eine Resolution für die Schaffung eines dritten Emblems verabschiedet. Dazu ist ein Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen nötig. Erst mit einem dritten Emblem werde die IFRC wirklich universell. Die schweizerische Außenministerin Micheline Calmy-Rey würdigte die jetzige Übereinkunft als wichtigen Schritt zur Universalität. Ein Kristall als Emblem sei frei von jeglichen nationalen, religiösen oder kulturellen Assoziationen. Auch Äthiopien hatte sich längere Zeit nicht zwischen Rotem Kreuz und Rotem Halbmond entscheiden wollen. Indonesien, obzwar mehrheitlich muslimisch, hatte sich für das Rote Kreuz entschieden.

Bei der Unterzeichnung des von der Schweiz als Depositärstaat der Genfer Konventionen vermittelten Abkommens war neben Calmy-Rey auch Jakob Kellenberger, der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), anwesend. In dem Abkommen wird die Souveränität des Roten Halbmonds in den besetzten palästinensischen Gebieten anerkannt. So erhalten dessen Ambulanzen das Recht, nach Israel zu fahren. Ihnen soll an den Grenzübergängen eine schnelle Durchfahrt gewährt werden.

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