Auf Kopf eingetreten, bis Mann tot war

Mit unglaublicher Brutalität getötet: "Der gesamte Gesichtsschädel war zu Brei umgeformt", sagte ein Sachverständiger. Das Urteil für den bestialischen Mord: 20 Jahre Haft - nicht rechtskräftig.

Im Wiener Straflandesgericht ist am Freitag der Prozess gegen jenen 23-Jährigen fortgesetzt worden, der im heurigen März auf den Kopf eines Mannes so lange eingeschlagen und getreten hatte, bis dieser starb. “Der gesamte Gesichtsschädel war zu Brei umgeformt”, sagte ein Sachverständiger. Ein Psychiater erklärte den Burschen zum Tatzeitpunkt für zurechnungsfähig.

Alle Zähne seien ausgeschlagen gewesen, Unter- und Oberkiefer mehrfach gebrochen, der Kehlkopf verletzt und der -eingang verschoben: “Das Opfer ist erstickt am Blut und an Knochenbruchfragmenten, die ihm bei diesen Gewalthandlungen in die Tiefe geschlagen worden sind”, so der Experte. Die Verletzungen im Gesichtsbereich ließen sich durch “mehrfaches, kraftvolles Auftreten” erklären, “sicherlich mehr als drei, fünf Tritte”.

Es sei grauenvoll gewesen, sagten auch zwei junge Streifenpolizisten, die als erste Beamten beim Opfer eingetroffen waren und – erfolglos -Reanimationsversuche gesetzt hatten. Herzmassage habe man gemacht: “Eine Beatmung blieb aus. Es war unmöglich, einen Mund zu erkennen”, sagte der eine. Sein Kollege: “Von Kopf kann man gar nicht mehr sprechen.”

Der Angeklagte wies laut einem Gutachten zum Tatzeitpunkt einen Promillewert zwischen minimal 1,4 und maximal 2,4 auf. Ebenso fand man Speed im Blut. Ein Gerichtspsychiater bescheinigte dem 23-Jährigen eine “kombinierte Persönlichkeitsstörung” mit “dissozialen und emotional instabilen Elementen”. Betroffene würden ihre soziale Rolle nicht einnehmen und immer wieder hochgradig gegen Gesetze und soziale Normen verstoßen, “heftige Gefühlsregungen und impulshafte Handlungen” seien kennzeichnend.

“Der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt trotz Beeinträchtigung von Alkohol und Amphetamine in einem Zustand, in dem er prinzipiell gewusst hat, ob er verbotene oder erlaubte Handlungen setzt. Er hat gewusst, was er tut”, sagte der Psychiater. Der Experte stellte dem Angeklagten allerdings eine “ungünstige Kriminalprognose: Die Gefahr für weitere gravierende Straftaten sei eine hohe. “Er hat mit 14, 15 Jahren schon Delikte gesetzt, hat zahlreiche Vorstrafen, hat viele, viele Monate im Gefängnis verbracht – das prägt ihn letztendlich”, so der Sachverständige. Ein Urteil wurde für den Nachmittag erwartet.

20 Jahre Haft: “Danke, super”

20 Jahre Haft wegen Mordes und absichtlicher schwerer Körperverletzung sowie Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher – so lautete das Urteil des Geschworenengerichts für jenen 23-Jährigen, der im heurigen März so lange auf den Kopf eines 53-jährigen Mannes eingetreten und eingeschlagen hat, bis dieser tot war. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der Angeklagte erbat sich drei Tage Bedenkzeit.
Nach Urteilsverkündung musste der Beschuldigte lächeln: “Danke, super”, lautete sein Kommentar zum Ergebnis der Verhandlung.

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