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Auf den Barockaden - Trailer und Kritik zum Film

Barocke Kostüme und Widerstandshühner gegen Bauherren und ihre Bagger: 2007 begann sich der Bürgerprotest gegen die Errichtung eines Konzertsaals für die Wiener Sängerknaben am Augartenspitz in der Leopoldstadt zu formieren.

Filmemacherin Doris Kittler begleitete das “Josephinische Erlustigungskomitee” mit ihrer Kamera, ab Mittwoch ist diese Dokumentation eines Protests ins Kino. Schon kurze Zeit nach den ersten Protesten gegen das Bauprojekt auf dem denkmalgeschützten Ensemble stieß Kittler zu den Aktivisten: Mit wackeliger Handkamera filmte sie nicht nur die Aktivitäten der Bewegung von Besetzer-Picknick mit Musik bis Demonstration, sondern auch die Hintergründe des Protests. So liegt etwa ein starker Fokus der Doku auf Initiatorin Raja Schwahn-Reichmann, die unter anderem für die barocke Malerei-Dekoration des Augartenspitzes verantwortlich zeichnete.

Auf den Barockaden: Geschichte

Ergänzt wird der Dokumentarfilm, der die Protagonisten von den Anfängen des Protestes bis zur endgültigen Räumung des Geländes und dem Beginn der Baustelle begleitet, durch Interviews mit Kernfiguren der Besetzung und Unterstützern. Die Gegenseite – von Anfang an klar als solche definiert – in Gestalt von Politik, Sängerknaben-Präsident oder Konzertsaal-Sponsor kommt dagegen nur selten zu Wort und niemals direkt. Stattdessen werden Mitschnitte von Pressekonferenzen bzw. einer Anfragebeantwortung im Gemeinderat als Gegenpol positioniert.

Ein Großteil des knapp eineinhalbstündigen Films zeigt jedoch das Josephinische Erlustigungskomitee bei all seinen meist feucht-fröhlichen Aktivitäten – Widerstandshühner, Sängerknabenvertreibungsenten und südburgenländischer Bio-Apfelschnaps inklusive. Auch prominente Baumpaten, Menschenketten und Musikeinlagen aller Art kommen nicht zu kurz. Auf 85 Minuten ergibt sich damit leider auch die eine oder andere Einfach-Mal-Draufhalten-Länge.

Auf den Barockaden: Kritik

Wenn Passanten im New Yorker Central Park zu den Geschehnissen in der Leopoldstadt befragt werden, stellt sich auch die Sinnfrage. Das kann nicht einmal Hollywoodschauspielerin Tilda Swinton ausgleichen, die bei einem Wien-Besuch bei den Protestierenden vorbeischaute. Der barocke Spaß hört sich dann aber spätestens im letzten Drittel der Dokumentation auf, als die Besetzer mehrfach durch die Polizei sowie private Security-Firmen der Bauherren geräumt werden.

Nach drei Jahren Protest bleibt dem Erlustigungskomitee nur noch, die gefällten Bäume vor der Augartenmauer zu Grabe zu tragen und sich – wie eine der Aktivistinnen meint – im Leben neu zu orientieren. Inzwischen ist die Konzerthalle eröffnet, zumindest in Kittlers Film bleibt der Protest lebendig. Leider gerät ihre Dokumentation der fröhlichen Barockgesellschaft nicht nur ein wenig ausufernd, sondern auch einseitig.

Alle Spielzeiten auf einem Blick

(APA)

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