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Auf dem Weg zu Schule - Kritik und Trailer zum Film

Vier Kinder aus Indien, Argentinien, Marokko und Kenia nehmen weite Wege und einige Gefahren auf sich, um zur Schule zu kommen. Elefanten kreuzen den Weg, auf dem Pferderücken geht es steile Schotterhänge hinab, Rollstühle müssen durch Wasserlöcher geschoben werden. Die faszinierende Dokumentation von Pascal Plisson kommt fast ohne Worte aus, zeigt beeindruckende Landschaftsaufnahmen und bleibt doch ganz nah bei den elf- bis 13-jährigen Kindern, die sie begleitet. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Endlos zieht sich die kenianische Savanne, das patagonische Hochland und schmal ist der steinige Fußpfad über das Atlas-Gebirge. So sehen Wege aus, die Kinder viele Kilometer weit zurücklegen: Der Dokumentarfilm “Auf dem Weg zur Schule” zeigt vor allem zwei Dinge: Zugang zu Bildung ist nicht überall auf der Welt selbstverständlich. Und: Kinder gehen diesen Weg trotzdem. Ab Freitag im Kino.

Kritik zum Film:

Der Franzose Pascal Plisson hat einen beeindruckenden Film gedreht, der so gut wie ohne Worte auskommt und doch ganz viel sagt und ganz nah bei seinen jungen Protagonisten bleibt. Zugleich weitet sich der Blick auf umwerfende Landschaften, die nicht nur schön, sondern auch eine echte Herausforderung und Gefahr sind. Da ist Jackson (11), der jeden Morgen mit seiner jüngeren Schwester von der einsamen Familienhütte in der kenianischen Savanne aus aufbricht. Zwei Stunden lang laufen die beiden, Wasserkanister und Brennholz in der Hand, 15 Kilometer weit zur Schule – und zwar laufen im eigentlichen Sinne. Ihr Weg führt vorbei an Giraffen und Elefanten, die auch mal gefährlich werden können. Doch kneifen gilt nicht – notfalls gehen die beiden für eine Weile hinter einer Böschung in Deckung.

“Auf dem Weg zu Schule”: Handlung der Doku

Für Zahira (12) und ihre beiden Freundinnen führt der Schulweg ähnlich weit über das hohe Atlas-Gebirge. Steil und unwegsam ist der Pfad, den die drei mit ihren langen Kopftüchern lachend, plappernd, aber auch mal mit Tränen und Fußschmerzen erklettern. Eine Zwangspause muss eingelegt werden, bis Zahira schließlich selbstbewusst eine Mitfahrgelegenheit per Auto für das letzte, befahrbare Wegstück zur Schule ausfindig macht. Mädchenpower auf marokkanisch.

Carlito (11) legt den 18 Kilometer langen, einsamen Schulweg zusammen mit seiner kleinen Schwester Micaela auf dem Rücken eines Pferdes zurück. Anderthalb Stunden reiten sie durch das steingraue Hochland Patagoniens, nach einem besonders gefährlichen Teilstück halten sie jeden Tag an einem kleinen Altar – Zeit für ein Dankgebet muss sein.

Samuel (13) schließlich ist für den Schulweg im Golf von Bengalen auf die Hilfe seiner zwei kleinen Brüder angewiesen: Samuel sitzt nach einer Kinderlähmung im Rollstuhl, und die beiden Kleineren schieben und ziehen ihn in dem selbst gebastelten Rostgefährt mit einem Plastikstuhl als Sitzfläche täglich vier Kilometer weit zur Schule – querfeldein, durch Wassersenken und über sandige Anhöhen. Schon beim Zusehen bricht einem der Schweiß aus, aber kein Jammern oder Fluchen ist zu hören. Stattdessen rücken die Kleinen dem großen Bruder lachend das Hemd zurecht, bevor sie ihn durchs Schultor rollen.

Auch den Zuschauer hinterlässt dieser wortlose Film sprachlos im besten Sinne: Die Schulen, zu denen diese Kinder gehen, sind zumeist Dorfschulen einfachster Art. Doch die Wertschätzung von Bildung ist hoch, wortwörtlich kein Weg zu ihr zu weit. So viel Begeisterung und auch Anstrengungsbereitschaft für etwas, das in reichen Ländern viele selbstverständlich nehmen. Das beschämt.
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