Auch Dänemark hat ein EU-Kommissarsproblem

Während sich die Koalition in Österreich schwer tut, in der Frage der Nominierung eines EU-Kommissionskandidaten zu einer Lösung zu kommen, steht die Regierung in Dänemark vor einem ein ähnlichen Problem. Nach dem angekündigten Rückzug der bisherigen EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel hat Kopenhagen bisher keinen Nachfolgekandidaten oder -kandidatin nominiert.

Laut der Kopenhagener Tageszeitung “Berlingske Tidende” hat EU-Kommissionspräsident Barroso dem dänischen Premier Rasmussen gegenüber signalisiert, dass er gerne die auch für Klimafragen zuständige Energieministerin Connie Hedegaard als Kommissionsmitglied sehen würde. Hedegaard hätte vermutlich die besten Chancen, den geplanten neuen Posten als EU-Klimakommissarin zu erhalten.

Das Problem: Hedegaard gehört der falschen Partei an. Sie ist Mitglied der Konservativen. Laut koalitionsinterner Abmachung steht aber der rechtsliberalen Venstre von Ministerpräsident Rasmussen das Besetzungsrecht für den Kommissarsposten zu.

Außerdem soll Barroso auch Dänemark gegenüber signalisiert haben, dass er unbedingt eine Frau vorgeschlagen bekommen will. In den dänischen Medien wurden daher bisher Lebensmittelministerin Eva Kjer Hansen und Entwicklungsministerin Ulla Törnaes – beides Rechtsliberale – als mögliche Kandidatinnen gehandelt.

Die Regierung in Kopenhagen muss sich nun entscheiden, ob sie in Brüssel lieber das zukunfts- und prestigeträchtige Klimaressort haben will, oder sich, des innenpolitischen Friedens wegen, mit einem weniger wichtigen Kommissarsposten zufrieden gibt.

Laut Medienberichten will sich Venstre ihr Einverständnis, die Konservative Hedegaard nach Brüssel zu schicken, mit innenpolitischen Zugeständnissen teuer abkaufen lassen. Hedegaard selbst wich am Mittwoch diesbezüglichen Fragen aus. Sie wollte dabei nicht einmal kommentieren, ob sie sich überhaupt vorstellen könnte, neue EU-Klimakommissarin zu werden.

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