"Auch Christen dürfen rechnen!"

Für die Industriellenvereinigung IV ist die Idee einer "Grundsicherung" für alle, auch nicht arbeitende Menschen, nicht vorstellbar.

Rechtzeitig vor der Wiederaufnahme der Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP hat sich die Industriellenvereinigung (IV) zum heiklen Themen Grundsicherung zu Wort gemeldet. Generalsekretär Markus Beyrer lehnte in einer Aussendung vom Sonntag das Modell des Grundeinkommens als „für die IV nicht vorstellbar“ ab, weil es Transferleistungen von der Arbeitsleistung abkopple. Ein „solch grundlegender Paradigmenwechsel“ sei „nicht notwendig“ und die „Prinzipien einer manchmal geforderten Grundsicherung existierten bereits“, so Beyrer.

Eine Weiterentwicklung und Vereinheitlichung des jetzigen Systems könne sich die IV hingegen „gut vorstellen“. Das gesellschaftliche und soziale System in Österreich funktioniere grundsätzlich gut, es gelte jedoch „Schritt für Schritt die sozialen Lücken zu schließen“. „Wir haben eine gut funktionierende Wirtschaft und eine weitgehend solidarische Gesellschaft. Für den Erhalt und den Ausbau dieser Balance braucht es die Kooperation aller relevanten Kräfte“, sprach sich Beyrer für eine Vertiefung des Dialog zwischen Kirchen und Wirtschaft aus. Die IV sei „gerne bereit, in diesen Zukunftsdialog einzutreten“.

Der Generalsekretär verwies auf „die Wichtigkeit von sozialer Kompetenz in Unternehmen und die hohe ethische Verantwortung, die Führungskräften zukommt“. Die Industrie lege Wert auf die Balance von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. „Es geht darum, erfolgreich zu wirtschaften und dabei die gesellschaftlichen Interessen nicht aus den Augen zu verlieren.“ Von den Kirchen erwartet sich die Industrie in diesem Zusammenhang einen weiteren Blick: „Die soziale Dimension ist wichtig, aber es geht nicht nur um sie. Auch Christen dürfen rechnen“, so Beyrer.

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