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Attacken auf Mitarbeiter der Wiener Linien nahmen zu

Die Daten stammen noch aus einer Zeit, wo keine Wiener Linien Security unterwegs war. Diese kamen nämlich erst Mitte 2017 zum Einsatz.
Die Daten stammen noch aus einer Zeit, wo keine Wiener Linien Security unterwegs war. Diese kamen nämlich erst Mitte 2017 zum Einsatz. ©APA/HANS KLAUS TECHT
Laut Stadtrechnungshof nahmen die Attacken auf Wiener-Linien-Mitarbeiter bis 2018 zu. Die meisten Übergriffe gab es von Schwarzfahrern, manche Fahrgäste schlugen aber auch ohne Grund zu.

Die Zahl der Übergriffe auf Mitarbeiter der Wiener Linien ist in den vergangenen Jahren gestiegen: Von 2016 bis 2018 kam es laut Stadtrechnungshof zu 341 solchen Taten. Bei vorangegangenen Überprüfungen wurden beispielsweise zwischen 2009 und 2011 nur 273 Übergriffe gezählt. Das bedeutet einen Anstieg von 9,44 Prozent - unter Miteinbeziehung der auch seither gestiegenen Fahrgastzahlen.

Thema des am Dienstag veröffentlichten Berichts des Wiener Stadtrechnungshofs waren die Schutzmaßnahmen gegen Übergriffe auf Bedienstete im öffentlichen Verkehr. Dafür nahmen die Prüfer den Zeitraum zwischen 2016 und 2018 unter die Lupe. Die Informationsbeschaffung erfolgte über eine Analyse vorliegender Dokumente, Gespräche und Erhebungen an Ort und Stelle.

341 Übergriffe auf Wiener-Linien-Mitarbeiter

Eingangs hielten die Prüfer in ihrem Bericht fest: "Während sich fast alle Fahrgäste an die Beförderungsbedingungen, an die Hausordnung und an die Tarifbestimmungen hielten, fiel eine kleine Minderheit von ihnen durch Übergriffe auf die Bediensteten der Wiener Linien GmbH & Co KG auf." Konkret heißt das: In Summe wurden von 2016 bis 2018 341 Taten registriert.

Dröselt man die Daten auf die einzelnen Betriebszweige auf, so stellte sich heraus, dass die meisten Übergriffe im Bereich U-Bahn erfolgten (187), gefolgt vom Bereich Autobus (113) und Straßenbahn (92). Dies erklärten die Prüfer damit, dass im Untergrund deutlich mehr Fahrgäste unterwegs seien.

Meistens Attacken von Schwarzfahrern

Die Angriffe und Verstöße erfolgten unter anderem bei aufgedeckten Tarifvergehen - also Schwarzfahrten -, im Rahmen von Zurechtweisungen bei Verstößen gegen die Beförderungsbedingungen, aber auch ohne ersichtlichen Grund. Die dokumentierten Taten im Bericht waren sehr vielfältig: Ein U-Bahn-Fahrer wurde etwa beim Einfahren in eine Station von einem Laserpointer geblendet. Eine Straßenbahnlenkerin erhielt von einem Passagier einen Schlag ins Gesicht und wurde von ihm in den Unterarm gebissen. Ein Fahrscheinkontrollor wurde am U-Bahnsteig mit einem Messer bedroht.

Am häufigsten betroffen waren die Fahrer (190 Übergriffe), gefolgt von den Kontrollorganen (114 Übergriffe). In der Regel waren Fahrgäste die Täter. Die Übergriffe führten zu zahlreichen Konsequenzen und auch durchaus beträchtlichen finanziellen Schaden für die Wiener Linien.

105 Krankenstände verursacht

In den Jahren 2016 bis 2018 kam es deswegen insgesamt zu 105 Krankenständen mit einer durchschnittlichen Dauer von 17,27 Tagen, Kosten (durch die Ausfälle der Arbeitsleistung) in Höhe von rund 357.000 Euro sowie zu 67 registrierten Störungen des öffentlichen Verkehrs. Laut den Verkehrsbetrieben würden Schadenersatzansprüche aufgrund der Übergriffe auf die Bediensteten grundsätzlich geltend gemacht, indem sie sich nach Möglichkeit in den betreffenden Strafprozessen als Privatbeteiligte anschließen.

Um die Mitarbeiter bestmöglich vor Tätern zu schützen, haben die Wiener Linien auch eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt - angefangen von geschlossene Kabinen für die Fahrer über eine möglichst flächendeckende Videoüberwachung in den Fahrzeugen und Stationen, Arbeiten in Teams bei konfliktträchtigen Tätigkeiten bis hin zur Schutzausrüstungen für Bedienstete mit häufigem Kontakt zu Fahrgästen. Weiters gibt es eine betriebseigene Funkstreife oder eine Sicherheitskooperation mit den ÖBB an Verkehrsknoten sowie eine intensive Zusammenarbeit mit der Polizei und der Rettung.

Verkehrsbetriebe sehen rückläufigen Trend

Als Reaktion auf den am Dienstag veröffentlichten Stadtrechnungshofberichts, wonach es mehr Übergriffe durch Fahrgäste auf Mitarbeiter der Wiener Linien gegeben hat, unterstrichen die Verkehrsbetriebe in einer Aussendung, die Thematik sehr ernst zu nehmen. Das Unternehmen entgegnete dem Stadt-RH aber, dass man in dieser Hinsicht einen rückläufigen Trend sieht.

Die Wiener Linien verwiesen darauf, dass im Zeitraum von 2016 bis 2018 die Zahl der Fahrgäste um rund zwölf Millionen angestiegen sei, wohingegen die Zahl der Übergriffe nach Jahren aufgeschlüsselt rückläufig sei. 2016 seien 143 Vorfälle dokumentiert worden, 2018 140 Vorfälle. "Die Zahl der Übergriffe ist aufgrund der zahlreichen gesetzten Maßnahmen, die das Unternehmen setzt, in den letzten Jahren rückläufig und das, obwohl immer mehr Menschen mit den Öffis unterwegs sind."

Wiener Linien nehmen Thema sehr ernst

Die Verkehrsbetriebe unterstrichen in ihrer Stellungnahme außerdem: "Die Wiener Linien nehmen Übergriffe auf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr ernst und gehen aktiv mit dem Thema um."

(APA/red)

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