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Atom - Reaktoren von Armeefahrzeugen mit Wasser gekühlt

Japan hat am Freitag erneut damit begonnen das beschädigte Atomkraftwerk Fukushima eins von außen mit Wasser zu kühlen. Soldaten und Feuerwehrleute richteten gegen 14.00 Uhr (Ortszeit) mit Einsatzfahrzeugen der Armee Wasserfontänen auf die Reaktoren
. Deren Ziel war zunächst Block 3. Nach einigen Minuten stieg weißer Dampf auf. Reaktor vier und eins sollen als nächstes auf diesem Weg gekühlt werden.

Rund 140 Helfer waren in der Stadt Iwaki südlich der rund 250 Kilometer nordöstlich von Tokio gelegenen Anlage in Stellung gegangen, berichtete der TV-Sender NHK. Helikopter der Armee sollten am Freitag zunächst nicht wieder zum Einsatz kommen, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

Die Techniker arbeiteten mit Hochdruck an der Verlegung eines Starkstromkabels mit dem die Kühlpumpen von zumindest den ersten beiden der sechs Reaktoren wieder in Gang gesetzt werden sollen. In einem Gebäude neben Block 1 sei bereits ein Stromverteiler installiert worden, an einer Verbindung zu Block 2 werde gearbeitet, hieß es.

Regierungssprecher Yukio Edano sagte bei einer Pressekonferenz in Tokio, es bestehe kein Zweifel daran, dass am Donnerstag auf Reaktor 3 abgeworfenes Wasser dort ins Kühlbecken gelangt sei. “Reaktor 3 ist unsere oberste Priorität.” In den dortigen Brennelementen befindet sich hochgefährliches Plutonium.

Ein Vertreter der japanischen Behörde für Atomsicherheit sagte, weißer Rauch, “möglicherweise Dampf”, sei seit Donnerstag von Reaktor 2 aufgestiegen. Fernsehbilder zeigten ähnlichen Rauch über den Reaktoren 3 und 4. Die Becken mit den Brennstäben in den Reaktoren enthalten so wenig Kühlflüssigkeit, dass es zu einer Überhitzung und kompletten Kernschmelze kommen kann. Laut informierten Experten waren die Brennstäbe in den Blöcken 1 bis 3 nur teilweise mit Wasser bedeckt.

Der von Wien nach Japan gereiste Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO, Yukiya Amano, bat Ministerpräsident Naoto Kan bei einem Treffen am Freitagnachmittag um engere Zusammenarbeit und besser Informationen über die Lage in Fukushima. Kan habe dies den Angaben nach zugesagt. Japan tue alles, um die aktuelle Krise zu überwinden, sagte er laut der Agentur Kyodo. Der selbst aus Japan stammende IAEO-Generalsekretär wird das AKW selbst nicht besuchen, jedoch seine Mitarbeiter, die auch die Radioaktivität messen wollen.

Die am Kraftwerk gemessene Strahlung sei derzeit nicht so stark, dass sie der Gesundheit unmittelbar schade, betonte Edano. Nach der Wasserkühlung am Donnerstag habe die Intensität der Strahlung am AKW auf bis zu 279 Mikroievert pro Stunde leicht abgenommen, berichteten NHK und Kyodo unter Berufung auf den Betreiber. Die Messungen sollen laut Edano auf einen Radius von 30 Kilometer ausgeweitet werden. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll die Strahlung um das AKW räumlich begrenzt bleiben.

Genau eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami gedachte Japan der Opfer der Naturkatastrophe. Im am schwersten betroffenen Nordosten des Landes wurde am Freitag um 14.26 Uhr (6.46 Uhr MEZ) eine Schweigeminute abgehalten.

Durch das Erdbeben der Stärke 9,0, dem schwersten Erdstoß in der Geschichte des Landes, waren nach jüngsten Behördenangaben 6.539 Menschen getötet worden. Das sind mehr als als beim Beben (Stärke 7,2) in der japanischen Hafenstadt Kobe im Jahr 1995. Damals kamen 6.434 Personen ums Leben. Nach dem jüngsten Beben wurden weitere 10.300 Menschen vermisst. Die Lage für die etwa eine halbe Million Obdachlosen spitzte sich aufgrund des Wintereinbruches und fehlender Heizmittel zu.

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