Athos-Weltkulturerbe in Flammen

Bei einem Brand in dem berühmten serbisch-orthodoxen Kloster Hilandar in der  Mönchsrepublik Athos konnten gerade noch rechtzeitig uralte Kirchenschätze gerettet werden.

Lediglich einige Ikonen-Wandmalereien seien in der Nacht auf Donnerstag vom Rauch geschwärzt worden, hieß es im griechischen Rundfunk. Die Flammen drohten Ikonen und tausende Seiten alter kyrillischer Handschriften zu zerstören. Verletzt wurde niemand.

Zwei Millionen Seiten Dokumente

Das mehr als 800 Jahre alte Kloster Hilandar beherbergt nach Kirchenangaben mehr als zwei Millionen Seiten kirchlicher Dokumente in frühslawischer Sprache. Der Heilige Berg Athos war von der UNESCO, der Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen, sowohl als Architektur- als auch als Naturdenkmal zum Weltkulturerbe ernannt worden. Der rund 30 Kilometer lange Finger der nordgriechischen Halbinsel Chalkidike ist sehr unwegsam und deshalb für die Feuerwehr nur schwer zu erreichen. In der Nacht benötigten die Feuerwehrleute drei Stunden, um mit speziellen Geländewagen zu dem brennenden Kloster zu gelangen.

Kein Souveräner Staat

Auf dem Athos leben derzeit rund 2000 Mönche. Anders als der 0,44 Quadratkilometer große Vatikan, der 1929 durch die Lateranverträge ein eigener Staat wurde, ist die 336 Quadratkilometer große Mönchsrepublik nicht souverän, sondern ein Kondominium unter der gemeinsamen Herrschaft Griechenlands und des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel – der selbst türkischer Staatsbürger sein muss (seit 1991 Bartholomaios I.)

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