Asylanträge laut EU-Agentur wieder auf Vor-Pandemie-Niveau

Laut Ministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) stehe Österreich seit 2015 unter Migrationsdruck.
Laut Ministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) stehe Österreich seit 2015 unter Migrationsdruck. ©APA/HANS PUNZ
Die Asylanträge von Migranten aus Nordafrika nach Europa haben wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie erreicht.

Das sagte die Direktorin der EU-Asylagentur (EUAA) bei einem Besuch von Europaministerin Karoline Edtstadler in Valletta. "2021 haben mehr als 125.000 Migranten Europa auf irregulärem Weg erreicht, die großteils über die zentrale und westliche Mittlemeerroute vor allem aus Libyen und Tunesien nach Italien und von Marokko nach Spanien gekommen sind", heißt es in einem Bericht der EU-Agentur. Dies entspreche einem 30-prozentigen Anstieg gegenüber 2020.

Asylanträge befinden sich wieder auf dem Vor-Pandemie-Niveau

Die Asylanträge von Migranten aus Nordafrika nach Europa haben damit wieder das Niveau vor der Corona-Pandemie erreicht. Die anhaltende politische Instabilität in Tunesien, Libyen, dem Libanon und bis zu einem gewissen Grad auch in Algerien sowie der Bürgerkrieg in Syrien und eine Eskalation in der Sahelzone, verbunden mit anhaltender wirtschaftlicher Stagnation, werde zu einer weiteren Zunahme von irregulären Grenzübertritten in die EU führen, erwartet die EUAA.

Edtstadler lobt Zusammenarbeit mit EU-Asylagentur

Die EU-Asylagentur leistet operationelle Hilfe für neun EU-Staaten, darunter Malta, Griechenland, Spanien, und im Zuge der Flüchtlingsströme aus der Ukraine auch in Rumänien, Tschechien, Lettland und Litauen, sowie in Belgien und den Niederlanden. Bisher seien geschätzte 5,1 Millionen Menschen aus der Ukraine in die Europäische Union geflüchtet, 2,3 Millionen von ihnen seien nach dem speziellen EU-Schutzstatus bereits registriert.

Edtstadler: Österreich stehe seit 2015 unter Migrationsdruck

Edtstadler betonte, Österreich stehe seit 2015 unter Migrationsdruck, das Thema bleibe auch für Österreich ein großes. Mit der EUAA gebe es eine gute Zusammenarbeit.

Die Europaministerin besuchte am Montag auch das Büro des International Centre for Migration Policy Development (ICMPD) in der maltesischen Hauptstadt. Dessen Chef für die Mittelmeerregion, Julien Simon, warnte, dass sich im Zuge der EU-Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine zusätzliche Hürden für die Zusammenarbeit mit den nordafrikanischen Staaten aufbauen könnten. Gerade in den sozialen Netzwerken bilde sich in diesen Ländern zunehmen das Narrativ heraus, dass die Europäer mit zweierlei Maß messen würden. So hätten Ukrainer in der etwa EU Visafreiheit. Der Ukraine-Krieg stelle für die Staaten im Nahen Osten auch wegen der derzeitigen Getreide- und Weizenmangels eine schlimme wirtschaftliche Herausforderung dar, die zum Zusammenbruch ganzer Volkswirtschaften führen könne. Generaldirektor der internationalen Organisation ICMPD ist der frühere österreichische Außenminister, Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger.

(APA/Red)

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