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Asyl: Initiative gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Afghanistan sei lange kein sicheres Rückkehrland, so die Initiatoren.
Afghanistan sei lange kein sicheres Rückkehrland, so die Initiatoren. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Eine neue Initiative um Diakonie und Volkshilfe hat am Dienstag eine Kampagne gegen Abschiebungen nach Afghanistan gestartet. Das Land sei auf keinem Fall sicher, so die Initiatoren.

Unter dem Titel #sichersein wurde die Regierung bei einer Pressekonferenz aufgefordert, sich an die eigenen Verpflichtungen zu halten und niemanden in ein Land auszuliefern, wo ihm der Tod droht. Prominente Unterstützer der Kampagne sind Margit Fischer und Karl Markovics.

Sicherheitslage in Afghanistan bedrohlich

Aus Österreich werden vor allem seit dem vergangenen Jahr verstärkt Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben und dies obwohl die Sicherheitslage im Land als bedrohlich gilt. Argumentiert wird allgemein damit, dass es auch Landesteile gibt, in denen sich Rückkehrer sicher aufhalten können.

 

Dies relativierte bei der Pressekonferenz Afghanistan-Expertin Friederike Stahlmann, die unter anderem für deutsche und britische Gerichte als Gutachterin tätig ist und auch im Bürgerkriegsland gelebt hat. Die Forscherin am deutschen Max Planck Institut für ethnologische Forschung machte darauf aufmerksam, dass die Taliban mittlerweile in sämtlichen Provinzen militärisch vertreten seien.

Gefahren von Sklaverei bis Hinrichtung

Überdies drohten Rückkehrern die unterschiedlichsten Gefahren bis hin zur Schuldensklaverei, wenn sie jene Gelder, die sie bei ihrer Flucht geborgt hatten, nicht zurückzahlen können. Zudem gilt man den Taliban ohnehin als verdächtig, wenn man einmal in einem Land der “Ungläubigen” gelebt hat und damit quasi vom Glauben abgefallen ist. So wird auch von Hinrichtungen aus einschlägigen Gründen bei der Rückkehr ins eigene Dorf berichtet.

Speziell dass die Hauptstadt Kabul sicher sein soll, wird von Stahlmann dementiert. Immerhin sei es die Provinz mit den meisten Kriegstoten. So sah das auch ein afghanischer Flüchtling, der bei dem Pressetermin knapp feststellte: “Es gibt keine Sicherheit in Afghanistan. Alle wissen das.” Trotzdem habe ein Bekannter gerade einen negativen Bescheid bekommen, nur weil er aus Kabul komme.

(APA/red)

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