Asyl - Aufregung um Wiener Kardinal-König-Integrationshaus

Aufregung herrscht derzeit bei der Caritas wegen der Schließung des Wiener Kardinal-König-Integrationswohnhauses. Laut dem Wiener Caritas-Direktor Michael Landau gebe es Gerüchte, wonach das Haus zukünftig als Anhaltezentrum genutzt werden soll.

Dies wäre “geschmacklos und ein Angriff auf die Person und das Erbe von Kardinal Franz König”, so Landau. Das Innenministerium bestätigte gegenüber der APA die Schließung mit Ende September, ein Schubhaftzentrum stehe derzeit aber nicht zur Diskussion.

Im Kardinal-König-Integrationswohnhaus des Österreichischen Integrationsfonds am Gelände der Migranten-Siedlung “Macondo” können Menschen mit positivem Asylbescheid bis zu eineinhalb Jahre wohnen. Zur Zeit seien das 50 Familien und Einzelpersonen, erklärte Elena Kalogeropoulos, stellvertretende Geschäftsführerin des Integrationsfonds des Innenministeriums, im Gespräch mit der APA. Mit Ende September müssen die Bewohner ausziehen, bis Jahresende wird das Haus saniert.

Die Schließung habe mehrere Gründe, so Kalogeropoulos: Viele Wohnungen würden leer stehen, da sich die “Zielgruppe” nach Stabilität sehne und teilweise private Versorgung bevorzuge. Weiters seien die Kosten des Hauses mit rund einer Million Euro pro Jahr hoch. Diese Mittel würden außerdem nicht ausschließlich in die Integration, sondern zu einem beträchtlichen Teil in die Instandhaltung und Energie fließen, argumentiert Kalogeropoulos. “Wir wollen die Mittel lieber in nachhaltige Integration investieren.”

Im Übrigen müsse das Haus dringend saniert werden, da etwa kein ausreichender Brandschutz vorhanden sei. Die von der Schließung betroffenen Familien würden “alternativ wohnversorgt”, bei 43 Familien und Einzelpersonen sei dies schon passiert, meinte Kalogeropoulos.

Die bisherige ständige Betreuung der Bewohner durch Sozialarbeiter wird laut Kalogeropoulos durch “bedarfsorientierte” mobile Betreuung ersetzt, was insgesamt etwa 260 Personen betreffe. Das sorgt bei Landau für Kritik: “Ich bin zutiefst besorgt und warne vor ethnischen Konflikten, die hier entstehen könnten.”

Außerdem gebe es Gerüchte, dass das Kardinal-König-Integrationshaus künftig als Schubhaftzentrum dienen solle, so Landau. “Die Umwandlung in ein Anhaltezentrum wäre geschmacklos und als Angriff auf die Person und das Erbe von Kardinal Franz König.”

Das Innenministerium versucht allerdings, im Hinblick auf die Nachnutzung zu beruhigen: “Der Entscheidungsprozess ist noch nicht abgeschlossen”, sagte ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber der APA. Man habe aber vor, das Gebäude durch das Innenministerium zu nutzen, ein Verkauf sei nicht angedacht. “Man kann sich da Verschiedenes vorstellen.” Die Entscheidung werde “im Laufe des Herbstes” fallen, ein Schubhaftzentrum stehe zur Zeit aber nicht in Diskussion.

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