Asiens Märkte wetten auf Bush

An den Finanzmärkten in Asien haben Marktteilnehmer am Mittwoch auf einen Sieg von Amtsinhaber George W. Bush bei der US-Präsidentenwahl spekuliert und Dollar, Ölpreis sowie US-Aktienfutures nach oben getrieben.

Die asiatischen Aktienmärkte notierten auf ihren höchsten Ständen seit sechs Monaten. Allerdings war der wichtigste asiatische Aktienmarkt in Japan wegen eines nationalen Feiertags geschlossen.

Am Devisenmarkt waren die Umsätze zudem wegen des Feiertags Händlern zufolge gering. Die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan und Singapur lagen im Plus.

Bush hatte zuvor den wichtigen Swing State Florida für sich entschieden und lag gemessen an den Wahlmännerstimmen leicht vor seinem demokratischen Herausforderer John Kerry. Dieser wiederum gewann im ebenfalls wichtigen Swing State Pennsylvania. In vielen dieser ungewissen Staaten standen die Ergebnisse aber noch aus. US-Fernsehsendern zufolge führte Bush allerdings auch in dem Swing State Ohio. „Kerry war nicht wirklich in der Lage, etwas zu tun, um in einem der Bush-Staaten Fuß zu fassen“, sagte J.P. Marra von Lehman Brothers.

Der Euro sank auf rund 1,2690 Dollar nach 1,2740 Dollar im späten US-Handel. Zum Yen zog der Dollar ebenfalls an auf rund 106,50 Yen nach zuletzt knapp über 106 Yen. Der Terminkontrakt auf den S&P-500-Index stieg angesichts der Führung von Bush um 0,7 Prozent. Die Wall Street würde nach Angaben von Marktteilnehmern lieber einen Wahlsieg von Bush sehen; von seiner Politik der Steuersenkungen versprechen sich die Anleger positive Impulse für Unternehmen und damit auch für die Aktienkurse.

Am Dienstag hatte der Leitindex Dow Jones mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 10.035,73 Punkte geschlossen. Der breiter gefasste S&P 500 ging mit 1130,58 Punkten praktisch unverändert aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq, der im Tagesverlauf erstmals seit vier Monaten wieder über die psychologisch wichtige Marke von 2000 Zählern geklettert war, verteidigte letztlich ein Plus von einem viertel Prozent auf etwa 1985 Punkte. Gerüchte über eine Führung des Demokraten John Kerry bei der US-Präsidentenwahl hatten die Kurse am Dienstag im späten Handel ins Minus gedrückt.

Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl kletterte in Fernost zeitweise wieder über 50 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) und lag im Verlauf noch 48 Cent höher als am Vortag bei 49,86 Dollar. Spekulationen über einen Sieg Kerrys vom Vorabend hatten den Ölpreis zunächst sinken lassen. Erstmals seit 4. Oktober hatte der Preis für ein Barrel zu Handelsschluss wieder unter 50 Dollar gelegen.

Händler hatten den erwarteten Preisrückgang bei Öl im Falle eines Wahlsiegs von Kerry damit begründet, dass dieser die strategischen Ölreserven der USA angesichts der derzeitigen Ölpreise wohl nicht weiter aufstocken wolle.

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