Aschermittwoch: Beginn der kirchlichen Fastenzeit vor Ostern

Die Tradition des Aschermittwochs.
Die Tradition des Aschermittwochs. ©APA/Sujet
Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, der erste Tag der österlichen Bußzeit. Erfahren Sie hier mehr rund um den kirchlichen Brauch.

Auch wenn in der Einführung in das römische Messbuch, dass dieser “überall als Fastentag zu halten ist”, verspeisen die Österreich an dem Tag gerne einen opulenten Heringsschmaus.

Am Aschermittwoch wird aber auch ein weiterer Brauch zelebriert, der Aschenritus. In der Antike war die Asche nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit, sondern auch Waschmittel und Grundlage für die Seifenherstellung. So ist die Asche gleichzeitig Symbol der Trauer und der Reinigung.

Woher kommt der Aschermittwoch?

Im Mittelalter wurden am Aschermittwoch die öffentlichen Büßer mit einem Bußgewand bekleidet und mit Asche bestreut. Danach wurden sie – in Erinnerung an die biblische Vertreibung aus dem Paradies – aus dem Gotteshaus gewiesen. Besonders in Gallien war dieser Brauch verbreitet.

Auf der Synode von Benevent im Jahr 1091 schrieb Papst Urban II. den Aschenritus für alle Gläubigen vor. Männern wurde solche auf das Haupt gestreut, Frauen zeichnete man ein Aschenkreuz auf die Stirn. Seit dem 11. Jahrhundert findet sich ein eigenes Gebet für die Aschensegnung. Der Brauch, die Asche aus den verbrannten Palmzweigen des vergangenen Jahres zu gewinnen, entstand im zwölften Jahrhundert.

Das Aschenkreuz

“Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst” oder “Bekehrt Euch und glaubt an das Evangelium” lauten die Sätze aus dem Messbuch, die der Priester beim Auflegen desAschenkreuzes am Aschermittwoch spricht.

1.000 Jahre alt ist der Brauch, am Aschermittwoch das Altarbild mit einem Fastentuch zu verhüllen. Die Fastentücher sollen mit ihrer biblischen Bilderfolge auf Ostern einstimmen. Mehr als die Hälfte der österreichweit erhaltenen Fastentücher befindet sich in Kärntner Pfarren. Das älteste Fastentuch stammt aus dem Jahr 1458, befindet sich im Dom zu Gurk und ist auch das größte in Österreich.

40 Tage fasten vor Ostern

Mit dem 1. Fastensonntag beginnt die 40-tägige Bußzeit als Vorbereitung auf Ostern, das höchste Fest im Kirchenjahr. Im zweiten Jahrhundert noch auf ein zweitägiges Trauerfasten beschränkt, war es bereits im vierten Jahrhundert fester Brauch, sich 40 Tage auf das Hochfest von Ostern vorzubereiten. Dieses Zeitmaß leitet sich von der Bibel ab, vor allem von der 40-tägigen Zeit des Betens und Fastens, die Jesus Christus nach der Taufe im Jordan in der Wüste auf sich nahm.

(APA)

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