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"Arnie-Tourismus"

Schwarzeneggers steirische Heimat erlebt einen Besucheransturm. Sein Geburtshaus in Thal bei Graz wird zur „Pilgerstätte“.

„Als wir das Haus gekauft haben, konnten nicht ahnen, was auf uns zukommt“, seufzt Heinz Anderwald, hoher Landesbeamter und Besitzer des Schwarzenegger-Hauses in Thal bei Graz. Seit der Filmschauspieler bekannt gegeben hat, um das Amt des Gouverneurs von Kalifornien anzutreten, ist der Strom der „Arnie-Touristen“ in seiner alten Heimat stark angeschwollen. Auch Peter Urdl, Bürgermeister der Grazer Vorortgemeinde, bestätigt das gestiegene Interesse. An besondere Aktivitäten wie die Errichtung eines eigenen Museums oder die Widmung einer Straße oder eines Platzes ist aber nicht gedacht.

Schmuck liegt das Biedermeierhaus auf einer Anhöhe zwischen Thalersee und der Ruine Thal. Auf der schönbrunngelben Fassade prangt das Fertigstellungsjahr “1806“. Hier, im ehemaligen Verwalterhaus des Grafen Herberstein, wohnte Familie Schwarzenegger in Miete, als Arnold am 30. Juli 1947 geboren wurde: Vater Gustav war Gendarmeriepostenkommandant im Ort, Arnold wohnte 19 Jahre hier, bis er in die USA auswanderte.

Heinz Anderwald, heute Direktor des steirischen Landesparlaments, erwarb das Anwesen 1979. „Für meine große Familie“, wie Herr Hofrat sagt. Mit Arnold ist er gut bekannt: „Er kommt hin und wieder vorbei, auch mit Familie“. Das aktuelle Interesse ist den Anderwalds nicht so recht: „Meine Frau schimpft viel“, wenngleich man auch von Geheimniskrämerei nichts hält: Das Haus ist ohnehin nicht zu übersehen und „Fotografierverbot gibt es nicht“. Aber von Interviews will man verschont bleiben.

Auch Alt-Bodybuilder Kurt Marnul, Schwarzeneggers erster Trainer und Freund, ist wird von Reportern förmlich belagert. Wie er unlängst einer Zeitung erzählte, habe er für intime Details schon 50.000 Dollar (44.504 Euro) geboten bekommen. Der ehemalige „Mister Austria“ und Staatsmeister im Gewichtheben posiert zwar für Film- und Fotoaufnahmen im Fitnessstudio, wenn es um private Informationen über seinen ehemaligen Schützling geht, ist er aber verschlossen wie eine Auster. Dies trifft übrigens auch auf die anderen Grazer Bekannten zu, die bewusst auf Distanz zur Vorwahlberichterstattung gehen.

Bürgermeister Urdl sieht den Rummel gelassen. Früher gewälzte Überlegungen, dem US-Star ein Museum zu errichten, seien vom Tisch. In der sozialdemokratisch regierten Gemeinde hat man ein eher zwiespältiges Verhältnis zum berühmten Ex-Bürger – bedauert wird hie und da, dass der Bezug nicht besser vermarktet wird. Medienvertreter verweist man an das Arnold-Schwarzenegger-Stadion in Graz, wo 1999 auf Betreiben von Arnies väterlichen Freund und ÖVP-Politiker Alfred Gerstl ein kleines Museum eingerichtet wurde. Besucher können hier seine alten Trainingsgeräte bewundern und sich anhand einer Fotodokumentation über den Werdegang des berühmten Steirers informieren.

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