Armenien: Erinnerungen an Genozid

An den Völkermord an den Armeniern vor neunzig Jahren mit mehr als 1,5 Millionen Toten hat das Oberhaupt der armenisch-apostolischen Kirche, Katholikos-Patriarch Karekin II., anlässlich seines Besuches beim Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz erinnert.

Heute würden viele Staaten diese Untaten als Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilen. Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts müsse endlich auch von der Weltgemeinschaft und von der Türkei anerkannt werden, forderte Karekin nach Angaben des Pressedienstes der Diözese Gurk-Klagenfurt vom Mittwoch bei einem ökumenischen Abendgebet im Klagenfurter Dom. Gräueltaten und Mord dürften den Weg der Menschheit nicht begleiten.

„Das 20. Jahrhundert begann für unser Volk, das sich Sicherheit, Wahrung der Menschenrechte und ein friedliches Leben erhoffte, mit einem Genozid“, sagte Katholikos Karekin. Die türkische Regierung habe die Absicht verfolgt, mit einem „dämonischen Plan“ die armenische Frage zu lösen und das armenische Volk völlig zu vernichten. Nur ein kleiner Teil Ost-Armeniens habe die mörderischen Angriffe überstanden. Die türkische Regierung habe nicht mit dem Glauben und dem Überlebenswillen des armenischen Volkes gerechnet. „Die Zeiten sind vorbei, in denen die Armenier mit ihrer Trauer allein waren“, sagte Karekin II.

Bei der Feier im Dom erinnerte Karekin II. auch an den Besuch von Papst Johannes Paul II. 2001 in Armenien und würdigte die ökumenischen Bestrebungen des verstorbenen Papstes. Er sei dankbar für die erreichte Annäherung der Kirchen und hoffe auf eine Fortführung des Dialogs und Einheit der christlichen Kirchen.

Karekin war während seines Österreich-Besuchs in Wien von Bundespräsident Heinz Fischer empfangen worden und hatte das Staatsoberhaupt zu einem Besuch in Etschmiadzin, dem geistigen Zentrum der armenischen Christenheit, eingeladen.

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