Arizona: US-Abgeordnete bei Amoklauf schwer verletzt

Gabrielle Giffords starb nach Kopfschüssen
Gabrielle Giffords starb nach Kopfschüssen ©APA
Bei einem Amoklauf im US-Bundesstaat Arizona ist Gabrielle Giffords, eine Kongressabgeordnete der Demokraten, schwer verletzt worden.
Arizona: 21-Jähriger läuft Amok
Bilder von Gabrielle Giffords
CNN-Videobericht: Amoklauf
Video: Ein Zeuge berichtet

Der Täter schoss der 40-jährigen Abgeordneten Gabrielle Giffords in Tucson aus nächster Nähe in den Kopf. Bei dem Blutbad vor einem Einkaufszentrum, wo die Politikerin eine Parteiveranstaltung abhielt, gab es am Samstag zahlreiche Verletzte und auch Tote. Die genaue Opferzahl und die Motive des Täters blieben zunächst unklar.

Ein neunjähriges Mädchen kam bei dem Angriff ums Leben, bestätigte ein Krankenhausarzt am Samstag in Tucson. Der TV-Sender CNN berichtete mit Berufung auf die örtliche Polizei von insgesamt sechs Toten. Unter ihnen war laut Polizei auch der Bundesrichter John Roll.

Der Arzt äußerte sich optimistisch, dass Giffords überlebt. “Sie wurde in den Kopf geschossen (…) Es handelte sich um einen Schuss. Die Kugel durchschoss ihr Gehirn”, sagte der Mediziner. Zuvor hatte es zeitweilig in US-Medienberichten geheißen, die Abgeordnete sei gestorben.

Präsident Barack Obama sprach von einer “unaussprechlichen Tragödie”. Eine solche “sinnlose und schreckliche Gewalttat hat in einer freien Gesellschaft keinen Platz”, meinte er in einer schriftlichen Stellungnahme. Er fügte hinzu, es habe “mehrere Tote” gegeben. US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano verurteilte ebenfalls die Tat.

Augenzeugen berichteten gegenüber CNN, sie hätten 15 bis 20 Schüsse gehört. Nach einem Bericht des öffentlichen Radiosenders NPR konnte ein Passant den Schützen auf der Flucht stoppen und am Boden festhalten, bis dieser festgenommen wurde. Offenbar handelte der 21-Jährige allein.

Der neu gewählte Präsident des Abgeordnetenhauses, John Boehner, äußerte sich erschüttert. “Das ist ein trauriger Tag für unser Land.” Gewalt habe in der politischen Auseinandersetzung keinen Platz. Vertraute der Angeschossenen berichteten, es habe Drohungen gegen Giffords gegeben. Das politische Klima in Arizona sei besonders vor den Kongresswahlen vergangenen November extrem aufgeheizt gewesen. Politische Kommentatoren in den USA beklagen seit längerem eine zunehmend Kompromisslosigkeit in der politischen Auseinandersetzung.

Giffords vertritt seit 2007 als erste Jüdin den Süden des US-Bundesstaats Arizona im US-Repräsentantenhaus. Sie befasst sich unter anderem mit der Einwanderungspolitik ihres an Mexiko angrenzenden Bundesstaates, mit der Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama sowie mit alternativen Energien. Zudem gilt sie als Befürworterin der embryonalen Stammzellenforschung. Die 40-Jährige ist mit dem NASA-Astronauten Mark Kelly verheiratet.

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