Arbeitslosenzahl in Deutschland sinkt weiter

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist auf den niedrigsten August-Stand seit 18 Jahren gesunken. Insgesamt suchten 3,188 Millionen Menschen einen Job, 4.000 weniger als noch im Juli, teilte die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag mit. Auch die weiteren Perspektiven am Arbeitsmarkt sehen durch die wachsende Wirtschaft gut aus.

Der geringfügige Rückgang um 4.000 ist für den Ferienmonat August üblich, die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 7,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahres-August verringerte sich die Arbeitslosenzahl aber deutlich um 283.000, vor einem Jahr hatte die Quote noch bei 8,3 Prozent gelegen.

Der stellvertretende BA-Chef Heinrich Alt sagte, “die gute konjunkturelle Entwicklung hat die Situation am Arbeitsmarkt weiter verbessert. Die wesentlichen Indikatoren entwickeln sich in die richtige Richtung.” So nahm die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt und damit ohne den Ferieneffekt zu. Auch die Zahl der freien Stellen stieg. Als weiteres Indiz für eine Besserung wertet die BA, dass die von vielen Unternehmen in der Krise eingesetzte Kurzarbeit immer weiter an Bedeutung verliert.

Wie Alt sagte, ist inzwischen fest davon auszugehen, dass noch diesen Herbst die Arbeitslosenzahl unter die Drei-Millionen-Marke sinkt. Die durchschnittliche Arbeitslosenzahl des gesamten Jahres werde voraussichtlich bei 3,2 Millionen liegen, für das kommende Jahr könnte sie drei Millionen erreichen. Es werde allerdings 2011 eine “moderate Weiterentwicklung” geben, sagte Alt. Dabei verwies er auf Risiken für den deutschen Arbeitsmarkt durch die angespannte Wirtschaftslage in vielen anderen Ländern, darunter in den USA.

Am Ausbildungsmarkt waren zuletzt 70.300 Stellen noch unbesetzt, gleichzeitig galten aber 97.400 Bewerber als unversorgt. Damit ist die rechnerische Lehrstellenlücke von 27.100 um 15.300 kleiner als im Vorjahr.

Die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte, der Arbeitsmarkt sei so gut wie vor dem Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise. “Die Krise ist zwar noch nicht vorbei. Aber dass wir bei der Beschäftigung auf diesem guten Niveau aus dem Tal kommen, hätte vor einem Jahr niemand geglaubt.” So gebe es heute 93.000 mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als vor der Krise im Oktober 2008.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erklärte, “unser Aufschwung ist ein Beschäftigungsaufschwung.” Die Erwerbstätigkeit habe saisonbereinigt nahezu wieder ihren Rekordstand vor Ausbruch der Krise erreicht.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles meinte, die guten Zahlen dürften kein Ruhepolster sein. So müsse der Missbrauch der Leiharbeit zu Lohndumping gestoppt werden. Forderungen der Gewerkschaften nach deutlichen Lohnerhöhungen unterstützte sie: “Das Prinzip der Lohnzurückhaltung als gesamtwirtschaftliche Strategie ist gescheitert.”

Nach den vom Deutschen Landkreistag veröffentlichten Zahlen zu den Hartz-IV-Beziehern geht der Aufschwung an diesen vorbei. So erhielten im August 6,5 Millionen Menschen Leistungen aus der Grundsicherung. Gegenüber dem Juli sei dies zwar ein leichter Rückgang um rund 45.000. Doch während die Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich deutlich zurückging, erhöhte sich die Zahl der Hartz-IV-Bezieher gegenüber August 2009 um etwa 60.000.

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