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Anzeigen bei der Polizei bald per E-Mail möglich

Künftig wird man bei kleineren Delikaten via E-Mail bei der Polizei Anzeige erstatten können
Künftig wird man bei kleineren Delikaten via E-Mail bei der Polizei Anzeige erstatten können ©Jorma Bork / pixelio.de
Im Fall von simplen Diebstählen, wenn einem beispielsweise Handy oder Fahrrad gestohlen wurde, kann man sich den Weg zur Polizeiinspektion künftig ersparen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2013 wird es in solchen Fällen möglich sein, per E-Mail Anzeige zu erstatten. Auch sonst gibt es Neuerungen bei der Polizei.

Dass ab der zweiten Hälfte des kommenden Jahres Anzeigen auch per E-Mail erstattet werden können, kündigte der neue Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, am Samstag an.

So funktionieren Anzeigen per E-Mail

Derartige Anzeigen werden dann nicht zentral gesammelt, sondern für den Fall notwendiger Nachforschungen zur nächsten Polizeiinspektion geroutet. Gedacht sind elektronische Anzeigen für Delikte, in denen Ermittlungen an Ort und Stelle nicht notwendig sind – Handy- oder Fahrraddiebstähle sind dafür ein typisches Beispiel, da das Opfer häufig nicht weiß, wo genau das Mobiltelefon entwendet wurde und der Polizei dadurch der Ermittlungsansatz fehlt. Voraussetzung für eine Anzeige via E-Mail: Wer sie erstattet, muss für die Polizei eindeutig identifizierbar sein – entweder durch Handysignatur oder Bürgercard.

In Sachen IT stehen der Polizei weitere Neuerungen bevor: Jeder Streifenwagen wird mit einem Laptop ausgestattet. “Wir haben jetzt eine Lösung für das Problem der Datensicherheit gefunden”, sagte Kogler. Der Probebetrieb startet ebenfalls im kommenden Jahr in Wien.

Neu bei der Polizei: Praxisorientierte Reflexion

Bei der Polizei in der Bundeshauptstadt läuft derzeit ein weiterer Versuch, der im Fall eines Erfolgs flächendeckend in Österreich angeboten werden soll: die sogenannte praxisorientierte Reflexion. In diesem Rahmen haben Polizisten die Möglichkeit, mit Unterstützung eines Trainers Einsätze nachzustellen und zu diskutieren, wenn sie selbst den Eindruck haben, dass nicht alles optimal gelaufen ist. Wobei es um kleinere Fehler geht: “Angenommen, ein Beamter hat bei einer Abschiebung sieben Personen verletzt, dann kommt das natürlich nicht in Frage. Denn das wäre ein Offizialdelikt”, erläuterte Kogler.

“Das Angebot wird sehr gut angenommen”, sagte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit. Zwei bis fünf Beamte im Monat nützten die Möglichkeit, mit einem Einsatztrainer zu besprechen, was sie hätten besser machen können, und daraus Lehren für künftige Einsätze zu ziehen.

Bessere Weiterbildung für Polizisten

Bezüglich Weiterbildung will Kogler neue Wege eröffnen: Lag der Fokus intern bisher auf der Ausbildung zur polizeilichen Führungskraft, möchte der Generaldirektor auch Fachkarrieren ermöglichen. “Wir denken intensiv darüber nach”, sagte Kogler, “wir brauchen ja wahnsinnig viele Spezialisten – vom Techniker bei der Flugpolizei bis zum IT-Experten”. Das Ziel sei, “stärker Know-How-Träger zu fördern. Ein Netzwerktechniker oder Datensicherer braucht ja nicht unbedingt polizeiliche Erfahrung,” so der Polizei-Generaldirektor.

(apa/red)

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