Antisemitismus-Vorwurf zurückgewiesen

Die EU-Kommission weist den Antisemitismus-Vorwurf des Jüdischen Weltkongresses (WJC) und des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC) zurück.

Die Präsidenten beider Organisationen, Edgar Bronfman und Cobi Benatoff, hatten die Brüsseler Behörde in einem Kommentar in der „Financial Times” (Montag-Ausgabe) beschuldigt, Antisemitismus „durch aktives und passives Handeln” zu fördern. Anlass der Beschuldigungen sind zwei umstrittene Meinungsumfragen.

Zur Begründung ihres Vorwurfs verweisen die beiden Autoren auf die Veröffentlichung einer Umfrage durch die Europäische Kommission, in der 59 Prozent der Befragten Israel als größte Gefahr für den Frieden in der Welt genannt hatten, und auf den Rückzug einer europäischen Studie zur Beteiligung von Moslems an antisemitischen Vorfällen. „Zuerst hat die Kommission eine fehlerhafte und aufhetzende Umfrage veröffentlicht, die behauptete, Israel sei die größte Bedrohung für den Weltfrieden. Dann zensierte sie eine Studie, die von ihrem eigenen Beobachtungszentrum erstellt wurde und die über die Beteiligung moslemischer Minderheiten an den Vorfällen eines wachsenden europäischen Antisemitismus berichtete. Um es klar und deutlich zu sagen: Beide Vorgehensweisen waren politisch motiviert”, heißt es in dem Text weiter.

Der Chefsprecher der EU-Kommission, Reijo Kemppinen, wies diese Darstellung am Montag in Brüssel als falsch zurück. Die EU-Kommission habe niemals die Veröffentlichung einer Umfrage gestoppt. „Wir haben nie eine solche Entscheidung getroffen. Wir haben nie versucht, die öffentliche Meinung zu ändern oder zu beeinflussen”, betonte der Sprecher weiter. Er bekräftigte, dass die EU-Kommission im Februar mit jüdischen Organisationen eine Konferenz über Fragen des Antisemitismus veranstalten wolle. Die Brüsseler Behörde werde sich an der Konferenz inhaltlich „aktiv beteiligen”.

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