Viele Tote bei Anschlägen in mehreren irakischen Städten

Für irakische Feuerwehrleute gehören Bombenwracks beinahe zum Alltag.
Für irakische Feuerwehrleute gehören Bombenwracks beinahe zum Alltag. ©EPA
Bei einer neuen Anschlagsserie im Irak sind am Dienstag mindestens 43 Menschen getötet worden. Durch die koordinierten Anschläge in insgesamt 13 Städten wurden mehr als 180 weitere Menschen verletzt, wie Behörden und Spitäler mitteilten.

Die Angriffe ereigneten sich am neunten Jahrestag des Einmarsches der US-Armee in den Irak und kurz vor dem Gipfel der Arabischen Liga Ende des Monats in Bagdad. Die blutigsten Anschläge ereigneten sich in der den Schiiten heiligen Stadt Kerbala südlich von Bagdad, wo mindestens 13 Menschen bei zwei Detonationen getötet wurden, sowie im nordirakischen Kirkuk, wo es ebenfalls 13 Todesopfer gab. Unter den Opfern in Kerbala waren auch fünf iranische Pilger, wie das örtliche Gesundheitsamt mitteilte. Bei den Todesopfern in Kirkuk handelte es sich ausschließlich um Polizisten, wie ein Beamter sagte.

Tote durch Autobomben

Vor dem Außenministerium in Bagdad explodierte eine Autobombe, durch die mindestens drei Menschen getötet wurden, wie aus Beamtenkreisen verlautete. Ein AFP-Reporter berichtete von Blutspuren und zerstörten Autos. Im Stadtzentrum wurden vier weitere Menschen durch die Explosion einer Autobombe getötet und acht weitere verletzt, wie Mediziner und Sicherheitsbeamte erklärten. Im Westen der Hauptstadt wurden am Morgen drei Polizisten von bewaffneten Unbekannten getötet, wie es aus Sicherheitskreisen hieß.

Weitere Bombenanschläge gab es in der westlichen Stadt Ramadi, wo zwei Zivilisten getötet wurden. Der Anschlag richtete sich nach Polizeiangaben gegen eine Armeepatrouille. In der nördlichen Provinz Salaheddin wurden laut Polizei bei einem Anschlag vier Menschen getötet, darunter ein Beamter. In Hilla starben nach Angaben von Ärzten und Sicherheitsbeamten zwei Menschen bei der Explosion einer Autobombe.

Irak droht im Chaos zu versinken

Der Irak erlebt nach dem Abzug der letzten US-Truppen aus dem Land im vergangenen Dezember eine schwere politische Krise, die von Differenzen zwischen Schiiten und Sunniten geprägt ist. Die Anschläge vom Dienstag ereigneten sich am neunten Jahrestags des Einmarsches der US-Armee in den Irak und etwas mehr als eine Woche vor dem am 29. März stattfinden Gipfel der Arabischen Liga in Bagdad.

Die Regierung des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki hat nach lokalen Medienberichten rund 450 Mio. Dollar (342 Mio. Euro) in die Vorbereitung des Treffens sowie Sicherheits- und Infrastrukturmaßnahmen investiert. Wegen der Umstürze in der arabischen Welt hatte die Liga ihre im Mai 2011 in Bagdad geplante Jahreskonferenz abgesagt.

Parlamentspräsident Ossama al-Nudshaifi verurteilte die Anschlagsserie und erklärte, es handle sich um einen Versuch, das Treffen Ende März zum Scheitern zu bringen und “Gewalt und Zerstörung im Irak aufrecht zu erhalten”. Die irakischen Behörden hatten gewarnt, das Terrornetzwerk Al-Kaida werde vor dem Treffen versuchen, Chaos zu verbreiten. Zugleich warnten sie vor Anschlägen durch Anhänger des früheren Präsidenten Saddam Hussein.

Der Gipfel am 29. März ist der erste seit 1990 im Irak und soll von einem Treffen der arabischen Wirtschaftsminister am 27. März und einem Außenministertreffen am Folgetag eingeleitet werden. Erwartet werden mehrere Staatschefs sowie UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon.

(APA)

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