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Anschlag in Wien forderte auch Einsatzeinheiten in NÖ

Etwa 80 Mitglieder der Einsatzeinheit Niederösterreich unterstützen Wiener Kollegen.
Etwa 80 Mitglieder der Einsatzeinheit Niederösterreich unterstützen Wiener Kollegen. ©APA
"Terroranschlag in Wien. Alle verfügbaren Kräfte der Einsatzeinheit nach Wien" - so lautete die Alarmierung der Einsatzeinheit Niederösterreich (EE-NÖ) der Polizei am 2. November gegen 23.00 Uhr.
Einsatzprotokoll der Terror-Nacht in Wien

Rund 80 Mitglieder rückten in die Bundeshauptstadt aus und lösten dort u.a. Mitglieder von WEGA und Cobra an fünf Standorten im inneren Sperrkreis ab. Involviert waren auch Gerhard Pichler und Josef Breitenfelder. Die Beamten gaben am Mittwoch Einblick in einen besonderen Arbeitstag.

"Wenn das Telefon läutet, geht es in den Einsatz"

Pichler, Kommandant der Kompanie West der EE-NÖ, war einer der Polizisten, die noch in der Tatnacht den Weg nach Wien antraten. Die Einsatzeinheit Niederösterreich, deren rund 300 Mitglieder im "normalen Berufsleben" polizeilichen Regeldienst versehen, das sei im Grunde eine generelle Rufbereitschaft: "Wenn das Telefon läutet, geht es in den Einsatz." Viele seiner Kollegen seien bei der Alarmierung am Montag vergangener Woche bereits außer Dienst oder im Urlaub gewesen und seien dennoch dem Aufruf gefolgt. "Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man da dabei ist. Es ist keine Frage, die sich stellt - da fährt man", erklärte der 51-Jährige.

Terroranschlag in Wien: "Angst hat man immer, die spielt immer mit"

Seine erste Reaktion, als er vom Anschlag erfahren habe, sei "Na, ned bei uns" gewesen. Dass in den engen Gassen der Wiener Innenstadt auch die Angst ein Begleiter gewesen ist, will Pichler im Interview gar nicht abstreiten. "Angst hat man immer, die spielt immer mit. Man muss nur damit umgehen können", verwies der Beamte auf zahlreiche Trainingseinheiten, in denen diverse Szenarien durchgespielt werden und wurden.

Zu Bedenken gab Pichler, dass die Mitglieder der Einsatzeinheit trotz Schutzausrüstung nicht unverwundbar seien. Am Körper werde zwar ein ballistischer Schutz getragen, dieser sei aber "kein sicherer Schutz bei Langwaffen - viele Munitionsarten gehen da durch", sagte der Kompaniekommandant.

Am Tag nach den Schüssen kam Breitenfelder in die Bundeshauptstadt. Das Geschehen in den Stunden zuvor bekam der Zugskommandant der EE-NÖ einerseits über die Medien, andererseits über das jedem Mitglied der Einsatzeinheit persönlich zugewiesene Funkgerät mit. In Wien löste er dann Kollegen ab, übernahm diverse Sicherungsaufgaben.

Bei Beamten herrscht nach wie vor "erhöhte Alarmbereitschaft"

Was passiert ist, mache ihn "sehr betroffen". Breitenfelder, auch Inspektionskommandant in Korneuburg, verwies auf ein Todesopfer aus der Weinviertler Bezirkshauptstadt. "Es sind viele Kerzerl am Hauptplatz. Da wird man schon nachdenklich, merkt, dass das Ganze nicht so weit weg ist." Breitenfelder zufolge herrscht bei den Beamten nach wie vor "erhöhte Alarmbereitschaft". Sein Eindruck: "Die Kollegen sind viel aufmerksamer als früher."

Nicht verachtet werden sollte auch die persönliche Verarbeitung des Erlebten. Breitenfelder und Pichler verwiesen in diesem Zusammenhang auf die Unterstützung des Peer Support. Vieles werde allerdings im Rahmen von Kollegengesprächen untereinander beredet. "Die Verarbeitung im ersten Zeithorizont ist einer der wichtigsten Punkte, damit wir keinen Schaden davontragen", befand Pichler.

Erster Terror-Einsatz

Für beide stellten die Stunden nach dem Anschlag in Wien den ersten Terror-Einsatz dar. Im Regelfall tritt die EE-NÖ immer dann auf den Plan, wenn Situationen mit dem Regeldienst nicht bewältigt werden können. Dazu zählen Sicherungsmaßnahmen am Rande von Fußballspielen und bei Demonstrationen. Immer wieder rückt die EE-NÖ dafür auch in andere Bundesländer aus - am öftesten nach Wien, wie Pichler und Breitenfelder bekräftigten.

Mitbringen müsse ein Mitglied der seit 1986 bestehenden Einsatzeinheit Niederösterreich nach der Erfüllung diverser Aufnahmekriterien auch die Bereitschaft, zusätzlich zum Regeldienst "viele Stunden bei der Polizei zu verbringen", betonte Breitenfelder. Er selbst sei beispielsweise während der Flüchtlingskrise 2015 "monatelang unterwegs gewesen". Bei einer Bilanz am Jahresende errechnete er für jeden einzelnen Kalendertag des Jahres eine Arbeitszeit von etwa acht Stunden.

(APA/Red)

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