Annan kämpft um politisches Überleben der UNO

UNO-Generalsekretär Kofi Annan fürchtet nach einem Bericht der "New York Times" um das Überleben der Vereinten Nationen und lässt sich heimlich von US-Diplomaten und -Experten über Rettungsmanöver beraten.

Der Zeitung zufolge fand eines dieser Strategietreffen Anfang Dezember in der Wohnung des ehemaligen amerikanischen UNO-Botschafters John Holbrooke in Manhattan statt.

Annan habe nach Angaben von Teilnehmern schweigend zugehört, während ihm Teilnehmer wie der Harvard-Professor und frühere UN-Mitarbeiter John Ruggie Fehler in der UNO-Führung aufzeigten. Der UNO-Chef und Friedensnobelpreisträger ist durch Korruptionsvorwürfe gegen das UNO-Hilfsprogramm “Öl für Lebensmittel“ im Irak sowie durch personelle Entscheidungen im eigenen Haus zunehmend ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. So fordert eine Reihe konservativer US-Senatoren seinen Rücktritt.

Die Quintessenz der Ratschläge war demnach, dass Annan wieder näher an Washington rücken müsse. „Ohne die USA hinter sich sind die UN zum Scheitern verurteilt“, zitierte die Zeitung den Gastgeber des geheimen Treffen, Holbrooke. Darüber sei Annan geraten worden, seine Führungsetage neu zu formieren. Möglicherweise schon als Reaktion auf diese Empfehlung will Annan am Montag seinen neuen Kabinettschef vorstellen. Der Zeitung zufolge soll Mark Malloch Brown, der für die UNO bisher die Entwicklungshilfe verwaltet hat, den am 22. Dezember zurückgetretenen Kabinettschef Iqbal Riza ablösen.

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