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Anleitung zum Unglücklichsein - Trailer und Kritik zum Film

"Anleitung zum Unglücklichsein" des österreichischen Psychotherapeuten Paul Watzlawick besitzt Kultstatus. Humorvoll und pointiert legt der gebürtige Kärntner darin dar, wie sich die Menschen das Leben selbst zur Hölle machen. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Legendär etwa sein Rat, die Vergangenheit hemmungslos zu verherrlichen. Oder die feste Überzeugung: “Wer mich liebt, mit dem stimmt was nicht.” Eine wunderbare Vorlage für eine Komödie. Die Regisseurin Sherry Hormann (“Wüstenblume”) hat daraus tatsächlich einen Film gemacht. Doch anders als das Buch ist ihre “Anleitung zum Unglücklichsein” alles andere als komisch. Trotz hochkarätiger Schauspieler wie Iris Berben, Johanna Wokalek und Richy Müller wirkt das Werk etwas altbacken, ohne Schwung und voller Klischees.

Dauerschmollmund und Rehblick: “Anleitung zum Unglücklichsein”

Im Mittelpunkt steht Tiffany (Wokalek), eine Frau mit unsympathischem Dauerschmollmund. Deshalb klappt es auch nicht mit den Männern. Im schäbig-schicken Kreuzberg betreibt sie mit ihrer patenten Freundin Rita (Katharina Marie Schubert) und der mütterlichen Luise (Margarita Broich) einen Feinkostladen mit Cafe im Tante-Emma-Landhaus-Stil. So richtig großstädtisch-berlinerisch eben. Tiffany liebt Blümchenkleider und klobige Turnschuhe, die ihre nackten, kleinmädchenhaft verdrehten Beine noch viel staksiger aussehen lassen. Ein chaotisches Rehlein mit Kulleraugen, das für sein Glück endlich einen starken Mann braucht, der es auf Händen durchs Leben trägt. Dauergast in Tiffanys Wohnung ist stattdessen nur ihre perfektionistische Mutter (Berben), die seit drei Jahren tot ist und nun ständig als Geist auftaucht und überall ihren Senf dazugibt.

Tiffany erlebt aufregende Dinge, doch das Lächeln lernt sie dadurch nicht. Stattdessen schwankt sie zwischen dem Machopolizisten Frank mit seinem derben Hamburger Slang, dem aalglatten Hundefreund Thomas und ihrem alten Klavierlehrer (Richy Müller), der die Frauen mit seinem guten Aussehen reihenweise betört. Ihr väterlicher Freund (Michael Gwisdek) hat da immer einen Rat parat und kommentiert ihr Leben gerne mal aus dem Off.

Der Geschichte fehlt es allerdings an Spannung und Witz. Daran können auch die Figuren nichts ändern, die überwiegend mit Klischees gezeichnet sind. Am besten ist da noch der Polizist Frank. Benjamin Sadler verkörpert diesen schnauzbärtigen Proleten mit viel Humor und bemüht sich mit lockeren Sprüchen redlich, die kalte Tiffany aus der Reserve zu locken. Dass ihm das nicht gelingt, mag auch an der sterilen Atmosphäre wirken. Die können selbst erotische Szenen nicht auflockern, etwa wenn Tiffany in einem Tagtraum im Lokal lauter Frauen in sexy Unterwäsche sieht, die sich an die Männer ranmachen. Eine Szene, so sauber und adrett, als hätten hippe Spielplatzmütter beschlossen, abends nach dem Kindercafe mal schnell zu Sexgöttinnen zu mutieren.

(APA)

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