Anklage gegen Wiener Fünffach-Mörder eingebracht

Die Staatsanwaltschaft hat nun im Fall des Mannes, der am 13. Mai in Wien-Hietzing seine Ehefrau und seine siebenjährige Tochter, dann seine Eltern und den Schwiegervater getötet hat, Anklage wegen Mordes eingebracht. Das Video: | Stadtreporter Videos:

Sie lautet – wenig überraschend – auf fünffachen Mord. Die Anklageschrift wird jetzt dem Verteidiger von Reinhard St. (39) zugestellt, der dagegen innerhalb von 14 Tagen Einspruch erheben kann. Sollte der Anwalt davon Abstand nehmen, könnte der Prozess bereits im Oktober stattfinden.

Den Schwurprozess wird Richter Wilhelm Mende leiten. Sollte der PR-Manager im Sinn der Anklage schuldig gesprochen werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre oder lebenslange Haft.

Seine Ehefrau, seine Tochter, die Eltern und der Schwiegervater mussten sterben, weil der 39-Jährige, der seit 2000 an der Börse sein Glück versuchte, Geld verspekuliert und Schulden von 300.000 Euro angehäuft hatte. Die Familie hätte bei Bekanntwerden der Verbindlichkeiten diese “Schmach” nicht “verkraftet”. Er habe vor allem seiner Tochter einen schlechten Start ins Leben “ersparen” wollen, so Reinhard St. nach seiner Festnahme.

Im Gespräch mit der psychiatrischen Sachverständigen Sigrun Rossmanith hatte Reinhard St. angegeben, er habe seine Familie deshalb mit einer Axt erschlagen, “damit ganz sicher niemand überlebt”. Die Gerichtspsychiaterin bezeichnet in ihrem Gutachten die Tathandlungen im Hinblick als “Overkill-Delikte”. Die Tötungshandlungen wären auf “destruktiv narzisstische Persönlichkeitsanteile” des Mannes zurückzuführen.

An seiner Zurechnungsfähigkeit besteht laut Rossmanith aber kein Zweifel. “Insgesamt findet sich kein Hinweis darauf, dass der Untersuchte in einem Geisteszustand gewesen wäre, dass er die Realität verkannt hätte und/oder nicht mehr regelrecht handeln hätte können”, heißt es in ihrer Expertise.

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